Home

Raja

7 Tempel für den Maharadscha

VerlagAutorSpielerAlterSpieldauer
Phalanx Games W.Kramer & M.Kiesling 2-5 ab 12 Jahren 90 Minuten 

Quick:
 Titel   Spielziel   Ablauf   Fazit   Ihre Meinung   Links     =>   Spielsuche mit BoardGameGeek
Spielziel:

Wer im Mittelalter etwas wirklich baulich Formvollendetes sehen wollte, der war in Indien wirklich gut aufgehoben. Hier entfaltete sich eine unvergleichliche Kunst- & Kulturlandschaft und weil wir in Indien sind, zeigte es sich besonders anschaulich an den prächtigen Palästen, Moscheen und Mausoleen. Wenn ich mir nun vorstelle, daß ich einer dieser angesehenen Fürsten der damaligen Zeit bin, dann ist schnell klar, daß mein Hauptbestreben für eine Partie Raja darin besteht, prächtige Paläste zu bauen und so die Gunst des Maharadschas zu erringen. Aber ganz billig war das Bauen von Palästen schon damals nicht und so wird es für uns Spieler auch nicht viel einfacher, als für die Fürsten von damals.

Ablauf:

Gerade noch haben wir uns mit unseren Baumeistern in einer kleinen, unbedeutenden indischen Stadt getroffen und nett geplaudert, als selbige plötzlich in alle möglichen Himmelsrichtungen verschwinden. Schwupps, da waren sie weg und keiner hat sie gesehen. Später sieht man sie vereinzelt mit ihren Vertrauten, wie sie sich fertig machen, um die Stadt endgültig zu verlassen. Ihre Ziele sind noch geheim, jedoch munkelt man, daß sie dem Maharadscha voraus eilen wollen, um den eigenen Tempelbau in den Städten seiner Rundreise voran zu treiben. Dadurch steigt ihre Chance, in der Gunst des Maharadschas möglichst gut zu stehen und diese Gunst auch in Form von finanzieller Unterstützung zu erhalten.

Die Rundreise des Maharadschas durch sein Reich ist schon im Groben geplant, kann sich allerdings ändern, wenn wichtige Gründe dafür sprechen. Diese Gründe sind meist die Spieler, die den Maharadscha etwas umdirigieren - ganz so, wie es gerade gut in ihre (Bau-)Pläne passt. Ganz besonders gerne sieht der Maharadscha prächtige Tempel, die sich in der Stadtmitte präsentieren. Kann ein Spieler ihm einen solchen Palast bauen, ist das schon mehr als die halbe Miete - die Achtung, die er dadurch erlangt ist um ein Vielfaches höher, als wenn es nur ein gleichgroßer Palast am Stadtrand wäre. Aber auch da wird gebaut, denn nicht jeder kann den wunderbaren Bauplatz in der Stadtmitte bebauen.

Jede Runde stehen jedem Spieler genau 2 Aktionen zur Verfügung, in denen er versucht seine Position auf dem Spielplan zu verbessern. Diese Aktionen stellt jeder Spieler geheim auf seiner Aktionsscheibe ein, um sie anschließend aufzudecken und auszuführen. In welcher Reihenfolge das geschieht, bestimmt der aktuelle Vertraute eines jeden Spielers, denn die sind durchnumeriert. Zu Beginn einer Partie Raja bekommt jeder Mitspieler einen Vertrauten und kann dessen besondere Fähigkeit nutzen - später im Spiel können diese Vertrauten wechseln, was immer wieder zu Überaschungen führt, wenn einen der eigene Vertraute plötzlich verlässt und man eine andere Verbindung eingehen muß. Meist hat man damit nämlich überhaupt nicht gerechnet und muß sehen, daß man aus der Situation trotzdem das Beste macht. Die Hauptaktionen sind (neben dem Wechsel des Vertrauten und dem Einstreichen von Almosen) das Bauen von Palästen und Häusern, um den Maharadscha zu beeindrucken.

Paläste werden ausschließlich in den großen Städten gebaut, denn nur hier kommt der Maharadscha vorbei und schaut sich die Bauwerke an. Bei den Häusern ist es etwas anders - sie können in Städten gebaut werden, allerdings auch in den Dörfern. Während sie in Städten etwa so attraktiv sind, wie Paläste am Stadtrand, stehen sie in den Dörfern als Zollhäuser und bringen Einnahmen von allen Spielern, die mit ihrem Baumeister auf ihrem Weg von Stadt zu Stadt hier vorbei müssen. Es ist zwar nur 1 Taler je Spieler, aber wenn man seine Zollhäuser die richtigen Dörfer setzt, dann kann das schon zu einer kleinen Geldquelle werden.

Nachdem jeder Spieler seine 2 Aktionen ausgeführt hat, wird die Stadt gewertet, in der der Maharadscha steht. Hierbei wird Geld für alle ausgeschüttet, die in dieser Stadt vertreten sind - dieses Geld können die Baumeister in weiteren Runden nutzen, um zu reisen und weitere Paläste und/oder Häuser zu bauen. Was Raja vielseitig macht, sind die Vertrauten der Spieler - sie haben jeder eine besondere Fähigkeit, die der Spieler nutzen kann, wenn er am Zug ist. Hat er auf seiner Aktionsscheibe den Wechsel seines Vertrauten gewählt, so behält er seinen Vertrauten erst einmal so lange, bis er ihn nicht mehr benötigt und legt ihn dann ab, um sich sofort einen neuen Vertrauten (aus dem Vorrat oder von einem Mitspieler) zu holen. Alle Vorteile, die der neue Vertraute bietet, kann der Spieler sofort nutzen, selbst dann, wenn er die Eigenschaften seines vorherigen Vertrauten schon vollständig genutzt hat. Dieser Bonus macht dem Spieler den Wechsel des Vertrauten schmackhafter, kann er dadurch doch die Überlegungen der Mitspieler - die meist auf deren aktuellem Vertrauten beruhen - etwas durcheinander bringen.

Gelingt es einem Spieler seinen siebten Palast zu bauen, so endet Raja nach dieser Runde. Schafft dies kein weiterer Spieler, so hat er gewonnen - ansonsten ist der Sieg eine Geldfrage unter allen Spielern, die ihre 7 Paläste gebaut haben. Damit Raja sich nicht ewig zieht (was kein Nachteil sein muß), endet es auch nach spätestens 9 Spielrunden - in diesem Fall gewinnt, wer bis zu diesem Zeitpunkt die meisten Tempel gebaut hat. Bei Gleichstand entscheidet auch hier das Geld über die Platzierungen.

Fazit:

Bei Raja hat man es als Spieler nicht wirklich leicht. Ständig hat man zu wenig Geld und kann nur das machen, was einem diese schmale Börse erlaubt. Meist erlaubt sie eben nicht, Paläste zu bauen und auch noch zu reisen - das ist ein Problem. Da das auf alle anderen Spieler ebenso zutrifft, ist man mit diesem Problem wenigstens nicht alleine und kann schauen, wer dieses Problem am besten löst. Der Bau eines Palastes z.B. will gut überlegt sein, denn mit Kosten von 12 Talern, ist er kein wirklich günstiges Gebäude. Kann man jedoch gleichzeitig abschätzen, wieviel Geld man in der nächsten Wertung einspielen wird, weiß man, wann und wo der Palast zu bauen ist. Ist erst einmal ein Loch in der eigenen Geldbörse, muß man, um wieder zu Geld zu kommen, auf eine baldige erfolgreiche Wertung einer Stadt hoffen, ohne hier wirklich aktiv eingreifen zu können. Aber selbst mit dem Geld des Siegers kann man keine großen Sprünge machen, so daß eine genaue Planung wirklich essentiell ist.

Besonders gut gelungen ist die Technik, die hinter dem Tauschen von Vertrauten liegt - Ein Mechanismus mit einem ordentlichen Ärger-Faktor. Interessant wird es, wenn sich die Spieler untereinander die Vertrauten abspenstig machen und so die Rundenplanung über den Haufen geworfen werden müssen, weil die Eigenschaft, mit der man geplant hat, dummerweise für diesen Zug nicht mehr zur Verfügung steht.

Raja hat einen hohen Reiz und einen großen Wiederspielwert, dabei läd' auch die Ausstattung zum Spiel ein. Die Paläste sind Glastropfen in den 5 Farben der Spieler, während die Häuser und Spielfiguren aus Holz sind. Ferner liefert das Spiele einige Varianten schon gleich mit, die man in das Spiel einbauen kann, nachdem man das Grundspiel kennen und spielen gelernt hat.

Nicht gelungen an Raja ist der Plastik-Tiefzieheinsatz, in dem die Spielmaterialien im Normalfall ordentlich verstaut werden sollen. Bei dem Tiefzieheinsatz von Raja ist das jedoch nicht möglich. Hier gibt es z.B. Fächer für Spielkarten, die im Spiel nicht enthalten sind. Zum Ausgleich gibt es keine Fächer, in die die Aktionsscheiben sinnvoll einsortiert werden können. Da das jedoch einzige Manko von Raja ist, kann man damit gut leben. Vermutlich ist das ein Universal-Tiefzieheinsatz, der auch für andere Phalanx-Spiele verwendet wird. Dem Spiel verzeit man es gern.

(cw)
Quick:
 Titel   Spielziel   Ablauf   Fazit   Ihre Meinung   Links     =>   Spielsuche mit BoardGameGeek
Auch ihre Meinung
ist uns wichtig!
Ihre Punkte bitte Was halten Sie
von diesem Spiel?

     80 Prozent - 3.26 PunkteIhre 24 Lesermeinungen zu Raja~3.26
Punkte
Marten Holst
23.Mar 10: Zu viel Aufwand für zu wenig Spaß.
Tom.e.11.Sep 08: Schöner Spielplan,nix dahinter.3 mal gespielt,nur noch mit dem Kopf geschüttelt.
Bernd Eisenstein

17.Jul 06: Oberklassespiel von Kramer + Kießling. Dazu die Hammermäßige Optik. Einfach perfekt!
Jan Mirko Lüder

07.Mar 06: Raja ist ein Spiel für optimierungsfreudige Indienreisende. Das Spielmaterial ist sehr fein und auch graphisch macht das Spiel einiges her. Am schönsten ist es aber natürlich, das Spiel zu spielen. Und das geschieht mit Sicherheit oft in einer Runde, die sich selbst als rajatauglich einstuft. Zu bieten hat Raja schließlich einiges: eine Menge Stragtegie, viel Interaktion und sehr gelungene Spannungsbögen.
Marco Stutzke
08.Dec 05: einziger negativpunkt... das innenleben der verpackung... sonst superspiel
Carsten Pinnow
01.Dec 05: Fröhliches Wege-optimieren.
Vivien Wulff
17.Nov 05: Super Spiel!



Gerhard Passler
16.Sep 05: Anspruchsvolles und optisch sehr ansprechendes Taktikspiel, das schnell erklärt ist und einen überaus leichten Einstieg bietet; sehr hoher Wiederspielreiz; erfordert stets höchste Konzentration; verliert man bei den Palastbauten den Anschluss, ist in der Folge Stress pur angesagt; über den Schachteinsatz hülle ich lieber den Mantel des Schweigens;
Sarah Kestering
02.Aug 05: Tolles Material, der Spielspass kann da leider nicht mithalten.
Fehdman02.Aug 05: Sehr schönes Spiel - sowohl optisch, als auch spielerisch.
Hans
15.Jul 05: Hatte unlängst Gelegenheit es auszuprobieren: In unserer Dreier-Runde waren wir einhellig sehr zufrieden und angetan vom Spielprinzip, Spannungsaufbau und vom Ablauf. Auch derjenige, der hinten liegt, hat noch ausreichend Gelegenheit, den anderen gemein in die Suppe zu spucken. Wir haben uns prima unterhalten.
Maddin
07.Mar 05: Wie jetzt: "wenig Interaktion"? Die muss man sich doch nur trauen... Klasse Spiel!
Jörn Frenzel
05.Mar 05: Es geht lang und ständig hat man diese Materialnot-Stress für den Körper.Aber es macht Spaß,nur etwas wenig Interaktion!
Babak Hadi
20.Jan 05: In diesem Spiel passt wirklich alles. Sehr strategisch, gute Interactionen zwischen den Spielern und genau die richtige Menge an Unberechenbarkeit um das Ganze schon spannend zu halten. Nachdem wir es nun sechs mal gespielt haben zeigt es sich das es mehrere klare Strategien gibt die zum Erfolg leiten konnen. Spielt es so schnell wie moglich mit den Profiregeln sobald ihr die Grundregeln kennt. Ein Super Spiel das in meine Top Ten gehort.(Dem Spiel einen Stern zu geben ist wirklich unglaublich, selbst wenn man nicht Spiele mag die ein bischen anspruchvoller sind!)
Michael Andersch
30.Aug 04: Klasse!
El Muser29.Aug 04: Gelungen! Aber spielt nicht um die Meisterschaft...UEFA Cup Platz würde ich sagen.
Wer erstmal (beim zweiten Mal spätestens) rausgefunden hat wie sinnlos ein Palast am Rand ist, wird lieber zwölf Häuser für das gleiche Geld bauen...aber leider muss man ja, möchte man das Piel gewinnen.
Könnte an manchen Stellen pfiffiger sein. Man muss seine Taktik zu oft umschmeissen...wems gefällt..gut...mir ist das zu stressig...

Gute 3 "JUNGS"

Matthias Räwer14.Jul 04: Hier muss man (bes. ich) höllisch aufpassen, um auch alles zu 'entdecken'. Nach bereits 5 stündigem Spielen bekam ich das Alles schon gar nicht mehr auf die Reihe... Was könnten die Mitspieler machen? Was sollte ich machen? Was ist, wenn die Mitspieler doch etwas anderes machen? Welcher Palast wird denn als nächster gewertet? Wunderbar... TOP-Wertung!
Britta Erdt26.Jun 04: Wie kann ein Spiel mit so tollem Material so furchtbar zäh sein? Das waren 2h, die man auch mit geselligeren Spielen hätte füllen können. Jeder brödelt vor sich hin, zum Glück hatten wir keine echten Denker in der Runde.Uns stieß vor allem das Ungleichgewicht "Palast in der Mitte" zu "Palast am Rand" auf (warum sollte ich einen teuren Palast bauen, wenn ein günstiges Haus denselben Effekt hat? Außer um das Spiel möglichst schnell zu beenden?). Außerdem gab es bei uns das Erster-Alles-Phänomen, ohne Geld kommt man nicht in die Städte und kann auch kein Geld einnehmen.
Dieses Spiel ist bei unserer Spielrunde völlig durchgefallen und erhält nur einen Punkt, wegen des wirklich schönen Spielmaterials!
Peter Wenzel
04.Jun 04: Eines der Besten dieses Jahrgangs.
Suuuuper Spiel!
Ich freue mich schon auf die nächste Partie.

Fairspielt Hamburg23.May 04: Nominiert zum Spiel des Jahres 2oo4.Ohne
Wertung
Fairspielt Hamburg
14.May 04: Wenn Uli das Bild vom eingepackten Raja schon anspricht, so habe ich mal kurz den Bildlink rausgesucht: http://www.poeppelkiste.de/gutespiele/2004/raja/einsatz.jpg

Gruß Carsten
Ohne
Wertung
Uli Blennemann/phalanx Games13.May 04: Kurze Anmerkung zu Tootles: Das Spiel funktioniert auch zu zweit gut.

"Wer vorne liegt, ist nur noch schwerlichst einzuholen."
Stimmt nicht!
Du hast das Spiel wahrscheinlich nur 1x gespielt. Wer hinten liegt, muss eben seine Personenkarte tauschen und - ganz wichtig - die Wertungsreihenfolge ändern. Es ist eben nicht immer sinnvoll, in der Stadt, in der gewertet wird, zu bauen (dort reicht es, mit seiner Figur anwesend zu sein). Auf diese Weise kannst Du auch Rückstände wandeln.

Dieses Spiel hat eben mehr Tiefe, als man nach einer Partie auszuloten vermag (kein Vorwurf...).
Tiefziehteil: Ist in der Tat Phalanx-Standard. Es läßt sich aber alles problemlos einsortieren. Wer dies nicht glaubt, sollte einmal bei www.poeppelkiste.de nachschauen (dort gibt es bei der Raja-Rezension ein Foto).

Uli
Ohne
Wertung
Tootles06.May 04: Ja, das Spiel funktioniert recht ordentlich, und ich kann mri durchaus vorstellen, es wieder spielen zu wollen. ABER: NICHT ZU ZWEIT! Ich habe leider keine Ahnung, warum das Spiel ab 2 Spielern "freigegeben" ist. Wer vorne liegt, ist nur noch schwerlichst einzuholen. Derjenige muß sich nur einen Vertrauten mit niedrigerer Nummer holen als sein Gegner, uns schwupps hat er ein einfaches Leben, weil seine Aktionen immer machbar sein werden, wie er sich das gerade so vorstellt. Und er muß das Spiel ja nur "halten", da es nach 9 Runden eh vorbei ist.
Zu viert oder fünft sehe ich persönlich die beste Spieleranzahl (auch wenn ich es in den Spielerzahlen leider noch nicht spielen durfte), da ich denke, daß da die Wertungen etwas weniger berechenbar und somit ausgeglichener werden.
Das Material ist toll - über das Tiefziehteil sprechen wir besser nicht.

Thomas Conrad04.May 04: Super Spiel.

Kennen Sie diese 5 Spiele schon?
Toscana
Toscana
Qwirkle
Qwirkle
Der Palast von Alhambra
Der Palast von Alhambra
Celtica
Celtica
Agricola
Agricola

ZurückVariantenHomeKritikenWeiter

© Carsten Wesel am 03.05.2004 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.