Cosmic EidexDas außergewöhnliche Kartenspiel von einer anderen Welt | |||||
Verlag | Autor | Alter | Preis | ||
Fata Morgana | Avory und Quaife | ab 12 | Euro 4,- |
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Vorbemerkung: | Alle Jass- und Cosmic Encounter-Fans aufgepasst: hier kommt die ultimative Verknüpfung beider Spiele. Für die, die eines oder gar beide der oben genannten Spiele nicht kennen, hier eine kleine Aufklärung. Cosmic Eidex ist in der Grundform (also ohne Cosmic) ein beschnittener Jass (Schweizer Kartenspiel). Achso, Jass ist ja vielleicht doch nicht so bekannt. Hier also die Erklärung von Eidex (die Kenner von Jass werden die Unterschiede ja schon feststellen): Die 36 Karten (6 bis As in den vier Farben Herz, Stern, Rabe und Eidex) werden gemischt und komplett an die drei Spieler verteilt. Dabei bestimmt die letzte Karte, was Trumpf ist (sie wird also allen gezeigt). Sollte die unterste Karte ein As zeigen, dann wird Obenabe (von oben runter), d.h. ohne Trumpf, gespielt. Bei einer 6 wird Undenufe (von unten rauf) gespielt, auch ohne Trumpf, dafür stechen die niedrigeren die höheren Karten. | ||||||||
Spielziel: | Gespielt wird auf 7 Punkte. In jeder Runde gibt es 2 Punkte zu verteilen (bei drei Spielern ist das einer zu wenig...). Gespielt wird mit je 12 Karten, wobei davon eine gedrückt wird. Nur das kann als Kurzbeschreibung gelten, denn was sonst noch passiert ist zu vielfältig. | ||||||||
Ablauf: | Nicht nur die Bezeichnung für die beiden ohne Trumpf-Spiele ist gewöhnungsbedürftig, auch die Rangfolge und Punktwerte der Karten bedarf der Erläuterung. Die Reihenfolge der Trumpffarbe ist Bube, Neun, As, König, Dame, Zehn, 8, 7, 6. Bei den anderen Farben ist die Reihenfolge mit As, König, Dame, Bube, Zehn, 9, 8, 7, 6 schon gewohnter. Zu den Punktwerten: Ein As zählt 11, der König 4, die Dame 3, Bube 2 und eine Zehn zählt 10 Punkte. Aber Achtung: Der Trumpfbube zählt 20 und die Trumpf-Neun 14 Punkte. Berücksichtigt man noch die fünf Punkte für den letzten Stich, so kommt man auf 157 Punkte. Um diese Zahl auch bei Spielen ohne Trump zu gewährleisten, zählen die 8er dort 8 Punkte. Außerdem zählen beim Undenufe die 6er 11 und die Asse 0 Punkte (klar, die 6er sind dort ja die höchsten Karten). Nachdem jeder seine 12 Karten erhalten hat, geht es ans Drücken. Jeder Spieler drückt eine Karte (d.h. er legt sie verdeckt vor sich), deren Wert am Ende zu den Punkten des Spielers zählen. Danach wird um 11 Stiche gejasst (für Jass-Kenner: Weisen ist nicht...). Besondere Beachtung verdient die Bedienregel: Anders als bei anderen Spielen, darf man auch trumpfen, wenn man noch bedienen kann (abwerfen aber nicht). Dafür darf man aber nicht untertrumpfen, d.h. sticht ein Spieler ein, so darf ich, wenn ich auch trumpfen will, nicht niedriger spielen (außer ich kann nicht anders). Einen Sonderstatus hat auch noch der höchste Trumpf, der Trumpfbube: wird Trumpf angespielt, muß ich mit dem Trumpfbuben nicht bekennen (ich kann also mit dem Trumpfbuben den Stich machen, den ich will). Macht ein Spieler alle 11 Stiche, so bekommt er beide Punkte. Hat ein Spieler 100 oder mehr Punkte (von 157), so erhalten die beiden anderen Spieler je 1 Punkt. Bleiben hingegen alle 3 Spieler unter 100 Punkten, so erhält der Spieler mit den meisten und der Spieler mit den wenigsten Punkten je 1 Punkt. Sollte gar der Fall eintreffen, daß alle unter 100 bleiben und zwei Spieler die gleiche Punktzahl erreichen, erhält der lachende Dritte beide Punkte dieser Runde. Schön ist auch die Zusatzregel für das Finale: Zwei Spieler können nicht gleichzeitig auf 7 Punkte kommen. Sollten zwei Spieler gleichzeitig auf 7 Punkte kommen, so bekommt keiner einen Punkt, sondern der Spieler mit den wenigsten Punkte wird auf 5 Punkte gekürzt. Schon in dieser Grundvariante macht das Spiel großen Spaß. Gerade die besondere Bedienregel (ich darf einstechen, auch wenn ich bedienen könnte) ist eine mächtige Waffe (Flöten können nun nicht einfach so runtergespielt werden). Durch die besondere Punkteregel, kann ich auch mit schlechten Karten einen Punkt machen (einfach verhindern, daß einer alle Stiche macht und selbst die wenigsten Punkte haben). Kann man keinen Durchmarsch schaffen, hat aber hohe Karten, so sollte man versuchen 79 ~Punkte zu erzielen (aber auf jeden Fall unter 100 bleiben). Bis jetzt hat das Spiel viel mit Jass, aber noch gar nichts mit Cosmic Encounter zu tun. Nach einigen Partien kann man sich aber der Zusatzregel widmen. Diese besagt, daß jeder Spieler vor der Partie eine Karte zieht, die bestimmt, welchen Charakter (von 36) er für dieses Spiel verkörpert. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daß jeder Charakter eine Sonderfähigkeit hat, die er nach Belieben (und den Regeln gemäß) einsetzen darf. So gibt es beispielsweise den Computer, der am Ende einer Runde 5 Punkte zu seinem Ergebnis addieren oder subtrahieren darf (sehr gut, wenn ich gerade 104 Punkte in meinen Stichen habe...). Oder da wäre der Konsumentenschutz, der einmal pro Runde einem Spieler befehlen darf, die Karte, die er soeben gespielt hat, wieder auf die Hand zu nehmen und eine neue auszuspielen. Oder Radarkontrolle, der vor dem Drücken festlegen darf, wie hoch das Limit von normalerweise 100 in dieser Runde ist (zwischen 80 und 120). Oder... oder... oder... oder | ||||||||
Fazit: | Gerade das Zusammenspiel der Charaktere verspricht auf lange Sicht hohen Spielspaß, da jedes Mal eine andere Konstellation vorherrscht. Und da gibt es natürlich noch die Möglichkeit zu viert zu spielen. Zwar muß in jeder Runde einer aussetzen, aber dafür spielen immer drei andere Charaktere zusammen. Alles in allem ein geniales Spiel. Damit dürfte dem Team von Fata Morgana wieder ein großer Wurf gelungen sein (vor allem für diesen Preis)! (cf) | ||||||||
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© Carsten Wesel am 03.01.2004 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster. |