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Ziegen kriegen

Was machen die Ziegen auf der Insel?

VerlagAutorGrafikSpielerAlterSpieldauerPreis
Amigo Günter Burkhardt M.Menzel 3-6 ab 8 Jahre 15 Minuten 7,- Euro 

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Spielziel:

Ohne groß um den heißen Brei herum reden zu können, muß ich gestehen, daß es auch bei Ziegen kriegen um Stiche geht. Und wie man Stiche macht, sollte jedem im Großen und Ganzen klar sein: Jeder spielt eine Karte aus und der, der die beste Karte ausspielt, der bekommt alle ausgespielten Karten. Im Falle von Ziegen kriegen sind es nur 8 Karten die gespielt werden müssen, so daß ein Sieger hier ziemlich schnell feststeht. Aber das war's natürlich nur grob.

Ablauf:

Wir wollen also schnell etwas spielen, bis alle Mitspieler vor Ort sind und wir uns zu etwas abendfüllerendem nieder lassen wollen. OK, schauen wir doch mal unter den Kartenspielen, was sich da Passendes finden lässt. Schau' mal, hier habe ich ein Kartenspiel gefunden, das nur aus 50 Karten besteht und davon gibt es sogar nur 8 für jeden Spieler - Das kann doch nicht so lange dauern, denn wenn auch noch 15 Minuten auf der Schachtel steht, kann man's doch 1 oder 2x spielen, oder? Gesagt, getan.

Schnell sind die 50 Karten gemischt und fast eben so schnell hat man auch die 8 Karten auf der Hand, die einem für diese Runde zugedacht sind. Jetzt spielen wir einfach der Reihe nach eine Karte aus und wer die Karte mit dem höchsten Wert spielt, hat damit schon seinen ersten Stich gemacht - Da das nun alle verstanden haben, machen wir das noch 7 weitere Runden lang und - schwupps - schon ist das Spiel beendet, jetzt müssen (beinahe) nur noch die Punkte gezählt werden, die bei Ziegen kriegen in Form von Ziegenköpfen auf den Karten in unterschiedlicher Anzahl zu finden sind. So weit, so gut, aber bis hier klingt Ziegen kriegen auch noch nicht wirklich sonderlich spannend, sondern eher trivial.

Damit Ziegen kriegen nun nicht in die Vergessenheit und Trivialität abrutscht, hat sich der Autor Günter Burkhardt noch eine Zusatzregel einfallen lassen, die das Spiel ein wenig variiert. Es wird nämlich ein Punktelimit in's Spiel gebracht, das kein Spieler - so er gewinnen möchte - überschreiten darf. Das Problem an diesem Limit ist jedoch, daß es zu Beginn einer Spielrunde noch gar nicht feststeht, sondern erst im Laufe der ersten 4 Stiche langsam errechnet wird. Ist es bei diversen Stichspielen aktuell so, daß man mit niedrigen Karten nicht viel anfangen kann, da es ja darum geht, einen Stich zu bekommen, ist es bei Günter Burkhardt so, daß die kleinste Karte in den ersten 4 Stichen im Spiel noch ein wenig mit zu reden hat. Der Ausspieler dieser Karte deckt nämlich nach dem Stich 2 Karten vom Stapel der Inselkarten auf und entscheidet, welche der beiden nun offen liegenden Karten er der Limit-Insel hinzu fügen möchte. Die Limit-Insel entsteht somit in den ersten 4 Stichen und der Spieler mit der kleinsten Karte kann entscheiden, um wieviele Punkte er das Limit anheben möchte. Im Spiel sind Karten mit den Werten von 1 bis 8 vorhanden, so daß es schon mal entscheidend sein kann, welche Karte der Insel angefügt wird - sind diese Karten jedoch relativ gleichwertig, ist's auch wieder fast egal, welche Karte zur Bestimmung des Limits heran gezogen wird.

Sind insgesamt 4 Karten für die Limit-Insel gewählt, steht erstens das Limit dieser Runde fest (Summe dieser 4 Karten) und zweitens beginnt die zweite Hälfte des Spieles, wo die kleinen Karten diesen zusätzlichen Sinn nicht mehr haben, sondern jetzt hauptsächlich dazu dienen, an erster Stelle sitzend ausgespielt zu werden, um den nächsten Stich nicht zu bekommen, sofern man sich mit seinen bisher erlangten Stichen schon recht nahe am Limit bewegt. Unter einer bereits ausgespielten Karte zu bleiben, funktioniert da schon einfacher, das Ausspielen der ersten Karte ist in dieser Hälfte jedoch immer mit einem Risiko verbunden, steht doch außerdem - bis sie ausgespielt werden - nicht fest, welche der 50 Karten definitiv im Spiel sind. Diese kleine Unsicherheit ist es aber, die Ziegen kriegen benötigt, um nicht in die Gefahr zu kommen, durchrechenbar zu sein. Ein paar kluge Köpfe gibt es doch immer, die versuchen, alles zu berechnen. Dies' ist hier jedoch ausgeschlossen.

Somit bleibt Ziegen kriegen die Chance, ein kleines Ärgerspiel zu sein, wenn es den Spielern mit den kleinen Karte gelingt, die Größe der Limit-Insel so zu steuern, daß sie selber unter, andere Mitspieler jedoch über dem Limit der Runde liegen. Jemanden zu puschen ist auch in so fern recht einfach, als es Karten gibt, die mehr Punkte (also Ziegenköpfe) aufweisen als andere - sie sind nicht gleichmäßig verteilt und können so einigen Schaden anrichten, erst recht, wenn einige Spieler das Limit schon früh erreichen und ab dann anfällig für weitere Punkte sind. Gewonnen hat schließlich, wer mit möglichst viel Punkten möglichst knapp unter dem Limit der Runde bleibt.

Fazit:

Nein, Ziegen kriegen ist kein Taktikspiel und will es auch nicht sein - es ist einfach ein kleines Kartenspiel, das einen kleinen zusätzlichen Mechanismus in's Spiel bringt, der es etwas aus dem Schatten der vielen anderen Stichspiele hebt. Das allerdings auch nicht so weit, daß jemand mit einem flüchtigen Blick über die Karten- und Stichspiellandschaft es auch nur bemerken würde. Somit wird es wahrscheinlich nicht vielen Spielern auffallen, was allerdings auch kein großer Verlust ist. Wer jedoch über Ziegen kriegen stolpert, kann in 2-3 Runden und 3-6 Spielern seine Erfahrungen sammeln.

Diese Erfahrungen können jedoch nicht so weit gehen, daß einen Taktik oder Strategie für Ziegen kriegen klar und einleuchtend wäre, denn man ist seinen Karten zu einem sehr großen Teil ausgeliefert und oft hilflos - es kann sogar passieren, daß die Spieler sich selber das Limit so niedrig setzen, daß sie alle darüber liegen und die Runde verlieren - ein Ergebniss, das nicht gerade einen Wiederspielreiz begünstigt, der aus so schon recht schwach ist. Günter Burkhardt hat damit zwar ein spielbares Spiel mit einem Ärgerfaktor geschaffen, doch die Zielgruppe ist nicht wirklich ersichtlich. Wer soll mit Ziegen kriegen über längere Zeit Spaß haben? Ich sicherlich nicht...

(cw)
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     49 Prozent - 2.00 PunkteIhre 5 Lesermeinungen zu Ziegen kriegen~2.00
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Julius08.Nov 09: Auch hier eine zwei, weil das mit den Ziegen eigentlich nicht immer passt-Sehr viel Ärgerpotenzial.
Jörn Frenzel
01.Oct 09: es ist kein Spiel über längere Zeit, aber es eignet sich hervorragend als Opener oder Abschluß eines Spieleabends! Dann gern auch öfter! Es ist zumindestens so, das es dafür auch öfter hervorgeholt wird, was man nicht von jedem Kartenspiel sagen kann. Ist halt schlicht und gemein!
Vivien Wulff
01.Oct 09: Sehr schönes Spiel, das mir ausnahmsweise als Stichspiel auch mal viel Spaß macht!
Maddin
28.Sep 09: Neue Wertung für dieses Spiel Ach verdammt - da hatte ich doch jetzt vorgegriffen und schon den (verbesserten) Nachfolger "Nur die Ziege zählt" bewertet. Ist aber auch echt doof, diese Namens- und Material-Ähnlichkeit... - Nun aber zum eigentlichen "Ziegen kriegen": das taugt ausdrücklich NICHT. Und weil der Günter (s.o.) gleich gezeigt hat, dass er es auch besser kann, braucht es nicht mal einen Mitleidspunkt.0
Maddin
28.Sep 09: Kleines, niedliches Ärgerspiel mit immerhin EINER neuen, originellen Idee (dem Tipp-Mehreck). Wenn man es mit 5-6 Personen spielt und dabei die Punktzahl für "keine Stiche" auf 2-3 vermndert, reicht das für:

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© Carsten Wesel am 28.09.2009 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.