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Genial spezial

Geniale verdrehte Türme mit der besonderen Verbindung untereinander

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Kosmos Reiner Knizia Fine Tuning 2-4 ab 10 Jahre 45 Minuten 22,50 Euro 

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Spielziel:

Einfach genial geht in die nächste Dimension und verlässt das Spielbrett immerhin so weit, daß nicht mehr nur flach gespielt wird, sondern Türme jetzt das Ziel der Spieler sind. Diese Türme verteilen sich - wie beim Schach - auf dem Spielfeld und wollen hier - anders als beim Schach - miteinander verbunden werden. Hierzu stehen den Spielern Spielsteine zur Verfügung, deren Form - einmal mehr - an Einfach genial erinnert, allerdings jetzt nur einfarbig existieren und damit die Möglichkeit haben, die Farbe des Spielers zu zeigen. 20 Züge hat ein jeder Spieler vor sich - anschießend hat er alle seine Spielsteine abgelegt und kann die Punkte auf seiner Zählleiste ablesen - die wiederum kennen wir in ähnlicher Form auch schon aus Einfach genial. Aber das ist ja kein Hindernis.

Ablauf:

Zuerst einmal fällt jedem Mitspieler der sehr außergewöhnlich gestaltete Spielplan auf, der - wie auch die Spielsteine selber - die Form von 2 miteinander verbundenen Sechsecken hat. Unterteilt ist dieses Riesenspieltel durch diverse Sechsecke in einem Raster in viele, viele kleine Felder, auf denen das Spiel spielt. Hierzu werden zunächst ein paar kleine und ein paar große Türme auf ihren bezeichneten Feldern platziert. Die großen Türme befinden sich hiernach ein wenig besser verteilt auf dem Spielplan, so daß es verständlich ist, daß hier Sonderpunkte verteilt werden, wenn eben diese Türme mit einander verbunden werden. Die Türme - egal, ob groß oder klein - tragen auf ihrer oberen Plattform jeweils einen Zahlenchip, der zusätzlich noch ein Symbol aufweist. Zwischen den Türmen - aufgedruckt auf dem Spielplan - finden sich außerdem noch ein paar Bonusfelder. Diese Felder bringen Jokerpunkte in... Ach, das habe ich ja noch gar nicht erzählt. Alle Punkte, die ich im Spiel erhalte, erhalte ich in einer der im Spiel vorhandenen 4 Farben, die ich auch auf meiner 4-zeiligen Punkteleiste wieder finde. Hier setze ich bei blauen Punkten meinen blauen Marker und bei lila Punkte den lila Marker um die entsprechende Punktezahl nach rechts.

Aber der Reihe nach: Jeder Mitspieler schnappt sich die Spielsteine in seiner Farbe und legt - wenn er am Zug ist - einen dieser Spielsteine irgendwo auf dem Spielplan auf 2 freien Feldern ab. So weit, so gut. Mit seinen Steinen legt er Wege zwischen den einzelnen Türmen und jede Straße ist so viele Punkte (in den verschiedenen Farben) wert, wie die Türme tragen, die über sie erreichbar sind. Da ich überall legen kann und NICHT an meine existierende Straße anlegen muß, kann ich überall auf dem Spielplan Punkte machen und mal hier eine Straße und mal dort eine Straße legen. Hierbei kann es durchaus passieren, daß ich einen Turm über 2-3 meiner Straßen erreichen kann - in diesem Fall zählt der Turm dann auch in jeder dieser Straßen erneut seine Punkte.

Der Spielplan hat feste Plätze, auf denen die kleinen wie großen Türme stehen. Hier werden sie für jede Partie - abhängig von der Spielerzahl - immer platziert. Was Genial spezial jedoch variable macht, ist die Bepunktung der einzelnen Türme. Die ist immer unterschiedlich, da sich von den zufällig gelegten Plättchen abhängt, die gemischt auf den Türmen abgelegt wurden. Die Werte liegen anfangs im Bereich von 1-2. Ist ein Turm angeschlossen worden, wird sein Plättchen umgedreht, wodurch die Punktzahl des Turmes um 1 steigt. Jedes Plättchen wird nur 1x umgedreht, so daß die meisten Plattchen am Ende des Spieles die Werte 2-3 haben. Und dann waren da ja noch die Bonusfelder. Wird ein solches Feld abgedeckt, so kann sich der Spieler 1 Punkt in einer beliebigen Farbe gutschreiben.

Haben irgendwann alle Spieler alle ihre Spielsteine abgelegt, so endet die Partie Genial spezial und ein jeder schaut in seinen 4 Zeilen nach der kleinsten erreichten Punktezahl. Es gewinnt der Spieler, bei dem diese kleinste Zahl höher ist, als bei allen Mitspielern. Ist ein Sieger so nicht feststellbar, werden die nächst-größeren Punktezahlen (und nächsten...) zur Ermittlung des Siegers mit heran gezogen.

Fazit:

Das kommt also dabei heraus, wenn man den Teil 'einfach' aus einem Spiel nimmt und etwas ganz Spezielles erzeugen möchte und der Teil 'spezial' nun den eben entfernten Teil ersetzt - Genial spezial. OK, früher war 'genial' groß gedruckt, so daß der Blick zuerst hierauf fiel - jetzt ist es 'spezial', was groß gedruckt ist. Das ist auch verständlich, denn wo Einfach genial 'genial' war, ist Genial spezial jetzt nur noch 'spezial'. Nur sagt dieses 'spezial' nicht viel über das Spiel aus und auch die Türme, bei denen immer darauf hingewiesen wird, daß sie verdreht sind, sind nicht wirklich etwas Besonderes und erwähnenswert. Einfach genial war noch etwas Besonderes, Genial spezial versucht, sich hiervon eine kleine Scheibe abzuschneiden, um auf der Erfolgswelle weiterhin präsent zu sein - Geklappt hat das jedoch nicht. Geklappt hat einzig die Namensvergabe des Spieles, das wenigstens nicht 'Einfach belanglos' heißen musste.

Waren bei Einfach genial die Spielsteine noch ein entscheidendes Stück dicker, so merkt man bei Genial spezial sofort, daß hier an der Dicke und damit am Material gespart wurde - Die Spielsteine fassen sich gleich ganz anders an und man spürt, daß sie billig sind. Mag sein, daß 'billig' nicht unbedingt 'kostengünstig' ist, aber sie wirken wie Sparplättchen. Und dann war da noch die Zählleiste, die jeder Spieler für sich führt. Hier macht man Punkte in 4 verschiedenen Farben und der Kenner von Einfach genial fragt sich quasi sofort, wo denn die anderen beiden Farben geblieben sind und ob Genial spezial wirklich so viel mit seinem Vorgänger gemein hat, ein Vorgänger der zu Marketingzwecken auf dem Schachtelcover auch noch erwähnt wird. Aber auch hier kann es sein, daß das den Otto Normalkäufer nicht interessiert, wenn der 'Autor von Einfach genial' noch ein Spiel macht, denn wer merkt sich schon die Namen von Spieleautoren. In diesem Falle soll es wahrscheinlich reichen, daß das Cover, das schön dunkel gehalten ist, mit seinen 3 verdrehten Türmen und den 3 unterschiedlichen Farbklecksen, die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich zieht.

Positiv zu erwähnen sind die Zählleisten, auf denen die Punkte nun sicher gegen Anstossen vorgehalten werden können und nicht mehr verrutschen - dafür hat man allerdings nach dem Auspöppeln einer Zählleiste 4x20=80 kleine Papppunkte vor sich liegen. Pöppelt man die restlichen 3 Zählbretter auch noch aus, so kann man mit dem Restmüll problemlos nach Köln fahren, um ihn beim Rosenmontagsumzug als Konfetti zu entsorgen. Ich wünsche viel Spaß dabei.

(cw)
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© Carsten Wesel am 01.10.2009 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.