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Los Banditos

Wenn sich die Banditen streiten

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Schmidt Spiele Reiner Knizia Dennis Lohausen ab 8 Jahre 15 Minuten 13,- Euro 

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Spielziel:

Beute, Beute und noch mehr Beute - was sollte sonst das Ziel sein, wenn sich 2 Banditen gegenüberstehen. Diese 2 wissen, daß sie sich noch mehrfach in ihrem Leben begegnen werden und mal friedlich, mal nicht ganz so friedlich mit- oder gegeneinander arbeiten werden. Aber eins ist sicher - sterben wird hier niemand, auch wenn es heute etwas schwer ist, die Beute aufzuteilen. OK, mein Freund, dann machen wir ein kleines Spielchen und schauen, wer von uns beiden besser würfeln kann und somit mehr Beute abgreift. Hinterher trinken wir ein Bier (oder auch zwei) und wer mehr von der Beute abbekommen hat, der läd' den anderen ein. Ja, Kumpane, so sei es.

Ablauf:

Verfolgen wir unsere 2 Los Banditos, sehen wir, daß sie sich in der kleinen Spelunke in einer fernen Ecke einen Tisch geschnappt haben und sich verstohlen umschauen, ob auch niemand sonst auftaucht, der evtl. vorher Besitzer einiger dieser Beutestücke war. Aber hier in der Ecke scheint es genügend dunkel, so daß die Gefahr nicht all zu groß ist. Aber was ein echter Bandit ist, der scheut diese kleine Gefahr nicht und macht sich an die Verteilung der Beute.

10 Stück Beute sind es bei diesem Raubzug geworden und die wollen jetzt verteilt werden. Dazu legen unsere Los Banditos erst einmal 4 Beutestücke auf den Tisch. Diese 4 (und später auch die anderen) gilt es nun in einem fairen Würfelduell zu erspielen. Hierfür steht uns ein Beutel mit 24 Würfeln in 4 Farben zur Verfügung. Diese Farben sind im Dunkel dieser Spelunke zwar nicht so gut erkennbar, aber mit dem nötigen Nachdruck kriegt man jeden Mitspieler von einer Farbe oder Augenzahl überzeugt - aber das müssen wir jetzt nicht näher erläutern...

Abwechselnd schnappen sich die Los Banditos den Beutel, ziehen blind 2 der Würfel, jammern darüber, daß es die falschen Farben sind und würfeln sie anschließend trotzdem, nur um wieder über das Würfelergebniss zu jammern. Abgesehen von dem Jammern ist es nun an dem Würfler seine beiden Würfel auf getrennt oder gemeinsam auf seiner Seite der Beutestücke anzulegen - das macht sein Gegenüber auch und langsam aber sicher liegen immer mehr Würfel an den Beutestücken an. Liegen auf jeder Seite eines Beutestücks 3 Würfel an, so geht's hier an die Verteilung, denn jetzt hat das Stück Beute der Bandit gewonnen, der die bessere Kombination angelegt hat. Können sich die 2 Banditen auch darüber einigen, was die bessere Kombination ist, geht das Beutestück an den Sieger und die anliegenden Würfel zurück in den Beutel. Gibt's jetzt noch Beutestücke, um die noch nicht gewürfelt wurde, kommt ein weiteres in die Mitte und kann würfelnd erkämpft werden.

6 verschiedene Würfelkombinationen kann man - nach den Regeln dieser Los Banditos - erwürfeln. Dabei sind 3 Gleiche natürlich das Non-plus-ultra. Absteigend folgen Straßen, Drillinge, Paare und Unsinn in diversen farblichen Unterteilungen, wobei 'Unsinn' all' das ist, was sich in keine Gruppe quetschen lässt und was somit weniger als nichts wert ist. Gewinnen kann man damit nur, wenn der Gegner noch größeren Unsinn würfelt oder sich mitten im Spiel denkt, daß er dieses eine komische Beutestück gar nicht haben möchte. 'Aufgeben' oder 'Resignieren' nennt man das wohl und selbst das ist in der Regel nicht unerwähnt geblieben - wer ein Teil nicht will, gibt's dem Gegner und wirft die anliegenden Würfel zurück in den Sack.

Damals, als dieses kleine Turnier erfunden wurde, wurde noch bitterlich bis zum letzten Beutestück gekämpft. Heute hat so manchen Banditen die Einsicht ereilt, daß genau das nicht nötig ist - wer er schafft, mehr als die Hälfte der Beute zu erkämpfen (wobei hier natürlich von ihrem wahren Wert die Rede ist), der schnappt sich anschließend auch den Rest der Beute, da er ihn ja benötigt, um seinem Kumpanen ein weiteres Bier auszugeben.

Fazit:

Heutzutage sind die Beutestücke natürlich keine Millionen mehr wert wie damals sondern nur noch schnöde Pappscheiben mit einem aufgedruckten Wert von 1 bis 3, aber da wir im wirklichen Leben auch mit Papierscheinen glücklich werden, auf denen Werte aufgedruckt sind, ist das kein Mangel des Spieles ;-). Easy Play ist eine wirklich einfache Reihe von Schmidt Spiele, die mit Los Banditos ein Spiel von Reiner Knizia aufgenommen hat, das nur 15 Minuten dauert und in kaum einer Minute erklärt ist. Es kommt nicht ganz an Poker heran, wo es um Kombinationen aus 5 Karten geht, aber auch 3 Würfel lassen sich ausreichend abwechselnd kombinieren, um Spaß am Zocken zu haben.

Ja, ich habe sogar einige taktische Möglichkeiten durch das 'Aufgeben' von Beutestücken - hier kommt ja unverzüglich ein neues Plättchen in die Auslage, wo ich anschließend mit meinen Würfeln ein erstes 'Ich-will-haben' darlegen kann. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, daß ich mit meinen 2 Würfeln nicht immer sofort weiß, was ich machen will und sich oft einige interessante Alternativen auftun. Ich kann aber auch Pech haben und Runde für Runde schlecht würfeln - das ist bei einem Würfelspiel leider nicht ganz zu vermeiden. Hier wird der Pechvogel in Los Banditos meist dadurch gerettet, daß die 15 Minuten um sind und man anschließend eine Revanche oder ein anderes Spiel spielen kann. Viel Spaß dabei.

Immer wieder erstaunlich ist auch die Bandbreite des Schaffens von Reiner Knizia. Gerade gestern erst habe ich Affenbande von ihm mit meinen Zwergen gespielt. Beide haben nicht gemerkt, daß es ein unwahrscheinlich einfaches Spiel ist, das wir auch in anderer Form (ohne Autoren) schon besitzen. Für sie machte es Spaß und für mich war's das erste Reiner Knizia-Spiel, das ich mit meinen Kindern gespielt habe.

Zurück zu Los Banditos muß ich allerdings sagen, daß so ein kleines 15 Minuten-Spiel nicht wirklich gut in einen Spieleabend integriert werden kann, da es (bei uns) relativ selten vorkommt, daß sich (noch) genau 2 Personen vor Ort befinden - somit ist es wohl nicht für die Vielspieler gedacht, die gerne und viel und mit mehr Personen spielen. Aber auch bei vielen anderen 2er-Gruppen weiß ich nicht, wie da die Vorlieben sind und ob ein Spiel mit einer Spielzeit von 15 Minuten wirklich so oft auf den Tisch kommt. Aber immerhin kann's die Großmutter mit dem Enkel spielen und keiner der beiden ist überfordert - weder zeitlich noch was die notwendige spielerische Leistung betrifft.

(cw)
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     32 Prozent - 1.35 PunkteIhre 3 Lesermeinungen zu Los Banditos~1.35
Punkte
Sporb30.Apr 09: Imho Schotten-Totten in Schlecht.
Enormer Zufall, kaum Vorausplanung möglich.
Jörn Frenzel
01.Apr 09: Maja, mehr aber auch nicht!
Marco Stutzke
30.Mar 09: Als Lückenfüller ganz ok ...

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© Carsten Wesel am 30.03.2009 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.