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Kreta

Die schöne Insel im Mittelmeer - Ackerbau und Mehrheiten

VerlagAutorGrafikSpielerAlterSpieldauerPreis
Goldsieber Stefan Dorra Rotraud Meiler 2-4 ab 11 Jahre  Minuten 20,- Euro 

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Spielziel:

Und auf einmal waren wir mitten im ägäischen Meer und befanden uns auf Kreta. Wie unbesiedelt das hier aber alles ist, nein - das kann so nicht bleiben. Ach so, wir sind ein paar Jahrhunderte zurück und kennen das gar nicht anders. Na gut, aber das soll mich nicht stören - ich will für die Griechen nur das beste, so daß wir ein paar Baumeister, Landwirte und auch die Kirche mit ins Boot holen. Wir bauen Kreta mal so richtig schön auf, so als hätte es die letzten Jahrhunderte nicht gegeben und wir drüften sie neu gestalten.

Ablauf:

Von Kreta weiß nicht jeder viel, so ist z.B. kaum bekannt, daß Kreta in 16 Provinzen unterteilt ist, die sich größtenteils auf eine bestimmte Ware (nennen wir sie beispielsweise Thymian oder Oliven) konzentriert haben und diese dann - tagein, tagaus - produzieren. Nein, wir sind hier nicht bei Siedler, wo auch produziert wird. Wir bleiben vielmehr mit unserer Produktion im kleinen Rahmen und produzieren gerade mal ein Papppplättchen je Region im ganzen Spiel. Für dieses eine Plättchen wird dann auch gleich ein Hafen benötigt, um es zum erntenden Mitspieler zu verschiffen. Dabei hat Kreta das Problem, daß nicht jede Provinz ihren eigenen Hafen hat, um sich von der Last der Papppplättchen zu befreien. Aber pfiffig sind unsere Griechen ja, was sich dadurch zeigt, daß sie diese Plättchen erst im Hinterland so lange verschieben, bis sie in einer Provinz mit Hafen endlich außer Landes geschafft werden können. Hey, und dafür gibt's dann auch schon die ersten Punkte.

Aber Kreta wäre nicht Kreta und Stefan Dorra nicht Stefan Dorra, wenn es das schon gewesen wäre. Die ergänzende Idee, ist gar nicht so weit her geholt, denn diese viele Provinzen Kretas kann man natürlich werten - jetzt wo gerade vielerorts eine rege Bautätigkeit eingesetzt hat. Gesagt, getan: Hierfür waren allerdings noch ein paar Dörfer nötig, die dem ganzen einen ordentlichen Rahmen verpassen. Die Straßen und Wege von Dorf zu Dorf sind nicht so malerisch gestaltet, wie man das vielleicht hätte, aber immerhin erfüllen sie ihren Zweck: Sie trennen die Provinzen von einander, während sich die Anbauflächen für die Thymians u.ä. in den Zentren der Provinzen konzentrieren.

Nicht alle Dörfer Kretas werden jedoch in die Wertungen einbezogen - nein, gerade mal 11 Dörfern wird diese Ehre zu Teil und dann auch noch nur stellvertretend für die angrenzenden Agrar-Flächen (wir erinnern uns: die mit den Olivia- und Thymians). Diese Agrar-Flächen wurden nämlich in der Zwischenzeit Runde um Runde von den Völkern der Mitspielern bevölkert, so daß für die Agrar-Tätigkeiten kaum noch Platz ist. Wozu auch, das Pappplättchen verschwindet ja eh' per Schiff in die Ferne und später weiß ja doch keiner mehr, was die Ureinwohner hier früher angebaut haben.

Aus allen möglichen Dörfern, werden gleich zu Beginn des Spieles die 11 gezogen, die in diesem Spiel die Wertungs-Ehre erhalten - um's etwas spannender zu gestalten, sind davon allerdings nur 2 gleichzeitig zu sehen: die nächste und die übernächte Wertung. Dörfer, die nicht zu den Top-11 gehören, sind allerdings nicht vollständig aus dem Spiel - Nein, denn sobald eine Wertung abgeschlossen und die nächste übernächste verkündet wird, kann noch mal auf den verdeckten Stapel zurück gegriffen werden - das ist der Zeitpunkt, an dem es sich lohnt, Kastellan zu sein und diese Entscheidungsgewalt zu haben. Hat man sie jetzt, so hatte man sie auch schon früher und damit die aktuelle Wertung bestimmt. Das ist nämlich die Funktion dieser Karte, neben der ich noch 6 andere auf der Hand habe, die mir weitere 6 unterschiedliche Aktionen wie Schiffe versetzten, Bauwerke bauen, Völker gründen/wandern oder auch Gebäude bauen, erlauben. Jede Karte steht jedem Spieler nur 1x zur Verfügung und erst wenn ein Spieler den Kastellan zur Wertung schickt, stehen alle 7 wieder jedem zur Verfügung. Sollte man vorher doch mal eine Karte mehrfach benötigen, kann man ja immernoch den König fragen - selbiger ist sich auch nicht zu schade, für den Abt die Arbeit zu machen und Frieden in Provinzen zu stiften.

Die Wertung ist einfach und schnell gemacht, wobei alle an die ausgewählte Stadt angrenzenden Provinzen gewertet werden. Hierbei gibt es - je nach Provinz - mal mehr, mal weniger Punkte. Weil man das aber schon vorher weiß, ist das auch völlig OK so. Sehr innovativ ist eine Wertung nicht, denn es geht einfach um die Mehrheit in der Provinz, wobei nicht alle Spielsteine gleich viel für diese Wertung zählen. Der beste bekommt alle, der zweite die Hälfte der zu vergebenen Punkte. Einfach.

Fazit:

Also schön sieht der Spielplan von Kreta ja aus und auch die vielen netten unterschiedliche Figuren, die den Spielern zum Einsetzen zur Verfügung stehen, sind nicht von Pappe (Holz ist hier das Material der guten Wahl). Der Plastikeinsatz der Schachtel füllt nur die halbe Schachtel aus, die nur so groß ist, damit der Kreta-Spielplan nicht noch mal gefaltet werden muß. Die andere Hälfte der Schachtel ist mit einem Platzhalter gefüllt, wahrscheinlich um die Luft nicht zu schnell entweichen zu lassen. Weiter liegen Kurzanleitungen für jeden Spieler dabei, um die Anfangshürde der verschiedenen Karten auch gut zu meistern und natürlich die Wertungskarten für die verschiedenen Städte. Die Ausstattung ist somit durchaus als gut zu bezeichnen.

Kreta selber als gut zu bezeichnen, fände ich etwas übertrieben. OK, Kreta funktioniert und hat damit schon mal eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem erfolgreichen Spiel geschafft, aber das sollte bei allen veröffentlichten Spielen so sein. Kreta spielt sich irgendwie so Lala dahin, ohne daß richtige Spannung oder Stimmung aufkommt. So passiert es sogar ab und zu, daß keiner darauf achtet, daß nur maximal 7 Spielsteine in einer Region stehen - Dumme Sache, aber meist nicht so schlimm, wird man Kreta doch nicht als hochtaktisch einschätzen, was man unbedingt gewinnen muß. Dann hat man eben seine einzige Partie verloren - besser, als es noch einmal zu beginnen.

Oft zeigt es sich, daß die Spieler eine ähnliche Ausspielreihenfolge ihrer Karten anstreben, womit sich zeigt, daß viel anderes nicht empfehlenswert ist - Ist jedoch ein Spiel so linear und entscheidungsarm, spricht nicht viel für es. Meist muß man eh' versuchen, sich auf die kommenden Wertungen vorzubereiten - jedoch ist es für die 2 bekannten nicht gerade einfach, denn entweder hat ein anderer Spieler das schon glücklich geschafft oder man selber ist für die Wanderung dorthin zu weit fort. Somit ist die blinde Auswahl einer möglichst punktereicher Regionen keine schlechte Idee, denn die Chance, daß alle nicht in die Wertung kommen, ist doch arg gering. Im Zweifel kann man sich ja zwischenzeitig in Nachbarregionen sehen lassen, um ein paar Punkte abzustauben.

Wer eine Wertung auslöst, hat immer den Nachteil, daß er dadurch einen Spielzug verliert, er allerdings auch bestimmen kann, wann genau gewertet wird, was wiederum ein Vorteil ist. Der Nachteil schien uns in den meisten Fällen allerdings größer, daß trotzdem die Kastellan-Karte nicht immer die letzte ist, die gespielt wird, zeigt, daß es nicht immer so ist. Kreta von Stefan Dorra ist somit ein Mehrheitenspiel, in dem die Spieler mit wenigem Material auskommen müssen und dabei nicht immer gut aussehen. Strategisch ist Kreta nur begrenzt spielbar, denn es gibt durchaus Provinzen, die viele Punkte bringen und im Spiel überhaupt nicht gewertet werden, so daß der Zug eines Spielers meistens daraus besteht, das beste aus der aktuell vorgefundenen Situation zu machen. Das ist mir nicht genug für ein Spiel, so daß ich mich hüten werde, es zu empfehlen. Das kann ein KO-Kriterium sein, muß es aber nicht, denn es gibt durchaus andere Geschmäcker als meinen und die meiner Spielegruppe, denen ich Kreta nicht mehr vorschlagen darf. OK Leute, lasst uns etwas anderes spielen...

(cw)
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     73 Prozent - 2.96 PunkteIhre 13 Lesermeinungen zu Kreta~2.96
Punkte
Detlef Vanis19.Apr 08: Wie es die Kritik sagt: spielt sich flüssig, aber reißt mich nicht vom Hocker.
Sporb10.Dec 07: Farblich Katastrophal, hässliche Karten.
Imho zu gleichförmig.
Kaum Spannung.
Kann man bei mabiweb.com online testen.

Hans
25.Apr 07: Mir gefällt es. Insgesamt zwar ein wenig zu bunt, aber was hat Farbgeschmack schon mit dem Spielspaß zu tun. Ich finde, auch das Spiel zu zweit läuft gut.
Jan Mirko Lüder

27.Mar 07: Sicher ein gelungenes Spiel aber eben so sicher nicht mein Lieblings-Dorra.
Hat man die im Spiel sehr unlebendig schematische Insel "Kreta" ein paar mal bereist, verpufft schnell die einst vorhandene Spielreiz-Konsistenz. Übrig bleibt ein etwas trockenes und gelentlich recht vorhersehbares Mehrheitenspiel. Schade, dass ich meine (zuvor etwas positivere) Meinung nicht schon früher an dieser Stelle geäußert habe.

Vivien Wulff
23.Mar 07: Ich fand es ging so.
Jörn Frenzel
23.Mar 07: Wir fandens gut und ich spiele immer gerne mit!
Carsten Pinnow

23.Mar 07: Auch wenn ich cw im Großen und Ganzen leider recht geben muss, habe ich mich dennoch für knappe 3 Punkte entschieden. Unbedingt empfehlen würde ich Kreta aber auch niemandem. :)
Peer
20.Mar 07: Kreta leidet darunter, dass alle es für simpler halten, als es ist- Gerade Kreta bietet aber viel Raum für geschickte Winkelzüge - für mich eines der besten Spiele, der letzten Jahre!
Frenzel,jörn19.Mar 07: Uns hat es einfach nur Spaß gemacht, ist schon gehobene Mittelklasse.
Bernd Eisenstein

19.Mar 07: Ich sehe es etwas anders als der Herr Rezensent. Ich mag das Spiel sehr und auch mein Umfeld zeigte sich stets begeistert. Frischer Wind im ausgelutschten Mehrheitensektor.
Michael Andersch
19.Mar 07: In unseren Runden kam das Spiel immer sehr gut an - um so besser, je mehr Mitspieler. Zu zweit kann ich es nicht empfehlen.
Sarah Kestering
19.Mar 07: Bei der ersten Partie waren wir noch begeistert dabei. Dann aber zeigte sich das jede Partie sehr gleichfoermig ablief und so viel Spannung gar nicht vorhanden ist. Funktionierendes, aber wenig Begeisterung hervorrufendes Spiel.
Marco Stutzke
19.Mar 07: Och, sooo schlecht ist es gar nicht, wir spielen es gerne ..... sehr netter Zeitvertreib auch für meine sogenannten Wenigspieler

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© Carsten Wesel am 19.03.2007 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.