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Im Jahr des Drachen

12 Monate, die es in sich haben

VerlagAutorGrafikSpielerAlterSpieldauerPreis
Alea Stefan Feld M.Menzel, H.Lieske 2-5 ab 12 80 Minuten 30,- Euro 

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Spielziel:

Die 2-5 Spieler leben Im Jahr des Drachen und versuchen ein guter Brötchengeber für all' die alten und jungen Angestellten zu sein. Das ist nicht immer ganz einfach, denn das Leben hällt jede Menge Überraschungen für so einen Fürsten bereit. Greifen die Mongolen an oder gibt es Hungersnöte? Ist dem Kaiser wieder einmal nach Tribut zumute oder regnet es zu wenig und eine Dürre droht. All' dies' und noch viel mehr, kann einem passieren, wenn man sich sein Leben als chinesischer Provinzfürst verdingt.

Ablauf:

Der Spielplan von Im Jahr des Drachen hat auf der Monatsleiste Platz, um 12 Ereignisse zu fassen, die uns als Provinzfürsten jeweils am Monatsende treffen. Diese Ereignisse sind offen und ein jeder Spieler kann sehen, was wann passiert und versuchen, sich möglichst gut darauf vorzubereiten. Glücklich für uns Spieler ist hierbei, daß der Januar und Februar ruhige Monate sind und die 10 negativen Ereignisse nur die Monate ab März betreffen. Aber auch wenn der März noch 2 Monate hin ist, so ist es doch überaus wichtig, sich frühzeitig auf alle Eventuallitäten vorzubereiten.

Wir starten als kleiner Fürst, der gerade mal 2 zweistöckige Tempel für seine anfänglichen 2 Bediensteten aufweisen kann. Später wird er hier ausbauen müssen, denn neue Angestellte benötigen auch eigene Unterkünfte, was jedoch wieder das Problem aufwirft, daß diese Angestellten verpflegt werden müssen. Selbst bei diesem kurzen Einblick wird klar, daß man auf viel zu viele Dinge gleichzeitig achten muß und daß die Zeit kaum reichen wird, sich auch noch um die Monatsereignisse zu kümmern. Hier gilt es abzuwägen, was Im Jahr des Drachen wichtiger ist - oder einfach, wofür man mehr Siegpunkte bekommt.

9 verschiedene Berufsgruppen sind es, die die eingeschränkte Vielfalt Im Jahr des Drachen bieten und die uns zudem noch in bis zu 2 Alters- bzw. Erfahrungsstufen daher kommen. Einen 'je Sorte' stellen wir im Laufe des Spieles auf jeden Fall ein und so haben wird für jeden von Ihnen auch eine Handkarte. Hinzu kommen 2 Joker, um so in 11 Monaten auch 11 Personen einstellen zu können - diese Voraussetzungen sind für alle Spieler gleich. Was nicht gleich ist, sind die 2 Start-Angestellten der Spieler. Dieses Angestellten-Paar muß eben so gewählt werden, daß keine 2 Paare gleich sind und wir Im Jahr des Drachen alle unterschiedlich ausgestattet starten.

Wie jedoch sieht der Zug eines Spielers nun aus und was kann er damit bewirken? Dazu hole ich noch ein wenig auf, denn auffallend an diesem Spiel ist, daß es 2 Siegpunktleisten gibt - eine, auf der die Siegpunkte gezählt werden und eine weitere, auf der die Personenpunkte vorgehalten werden. Diese zweite Leiste bestimmt, in welcher Reihenfolge die Spieler in der Aktionsphase ihre Züge machen dürfen. Das ist wichtig, weil die je Runde zur Verfügung stehenden Aktionen zwar nicht begrenzt sind, aber teurer werden, wenn sie schon mal genutzt wurden. Außerdem sind diese Aktionen je Runde neu gruppiert und nicht nur die in dieser Runde gewählten Aktionen, sondern auch die aus der selben Gruppe werden teurer. Ein guter Grund, früh an der Reihe zu sein - außer natürlich, man hat genug Geld oder kann sich mit dem begnügen, was die Mitspieler einem übrig lassen. Nachdem man diese Aktion (z.B. Steuern einnehmen, ernten oder auch Feuerwerk veranstalten) gewählt und ausgeführt hat, ist man mit seiner Handkarten-Aktion an der Reihe und stellt einen neuen Mitarbeiter ein, der bei uns in eine freie Etage einzieht. Gibt es keine freie, muß vorher jemand ausziehen. Dumme Sache, denn am Spielende ist jeder Mitarbeiter Punkte wert.

Hier hilft nur, rechtzeitig die Aktion Hausbau zu wählen und seinen zukünftigen Mitarbeitern mehr Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig ist es natürlich ebenso wichtig, diese Mitarbeiter zu ernähren, denn sonst sterben sie einem weg. Gleichwohl kann man nicht zu viel lehrstehenden Wohnraum auf Vorrat bauen, denn auch dieser verfällt mit der Zeit, wenn er nicht bewohnt wird. Ach ja - ich vergaß' ein wenig zu erwähnen, daß es sowohl erfahrene, wie junge Mitarbeiter geben kann. Wen man sich einstellt, liegt ganz im eigenen Ermessen, denn wenn er viel für mich tuen kann, bringt er mir gleichzeitig wenig Personenpunkte ein, so daß ich Folgerunden nicht mehr ganz so früh an die Reihe komme, meine Aktionen zu wählen. Ist mir jedoch genau das wichtig, muß ich die jüngeren Mitarbeiter wählen, deren Fähigkeiten nicht ganz so ausgebildet sind. Dumme Sache - wieder einmal.

Da das noch immer nicht alles war und auch die diversen Möglichkeiten, zu Siegpunkten noch nicht einmal ansatzweise angesprochen wurden, wird sicher klar, daß Im Jahr des Drachen ein überaus vielschichtiges Spiel ist, daß dem Spieler an vielen Stellen viele Aktionsmöglichkeiten bietet. Einfacher wird nur die Auswahl der einzustellenden Personen - klar, wenn man jede Runde eine entsprechende Karte weniger auf der Hand hat.

Haben wir Aktion und Einstellung hinter uns, müssen wir nun noch das Ereignis der Runde über uns ergehen lassen. Glücklich hier, wer gut vorgesorgt hat und von den bösen Folgen verschont bleibt. Das ist jedoch nicht immer möglich und manchmal ist es taktisch gar nicht gewünscht, sich auf alles vorzubereiten, denn die eigenen Ambitionen können durchaus ganz andere sein. Was interessiert es mich, daß der beste Feuerwerker einer Runde mit vielen Siegpunkten beglückt wird, wenn ich statt dessen Häuser baue und Runde für Runde wenige Punkte gutgeschrieben bekommen? Und auch um Heiler muß ich mich nicht in großer Zahl kümmern, wenn mir z.B. die Privilegien oder die Hofdamen wichtiger sind. Es ist alles eine Frage der Prioritäten, die ich mir setze. Nach 12 Monaten Im Jahr des Drachen hat das Spiel der Spieler mit den meisten Punkten gewonnen.

Fazit:

Das ist mal wieder ein Spiel ganz nach meinem Geschmack. Im Jahr des Drachen überfällt einen zwar beim Lesen mit einer Unmenge an Regeln, aber im Spiel greifen diese dann so gut in einander, daß man ihren Umfang gar nicht mehr als störend empfindet. Das heißt natürlich nicht, daß jeder Im Jahr des Drachen mag und 'trocken' ist so auch schon mal zu hören, aber die Mehrzahl meiner Mitspieler hat nicht zuletzt an der Vielzahl der Möglichkeiten mehr als Gefallen gefunden. Das heißt natürlich auch, daß einem ein Sieg bei Im Jahr des Drachen nicht in den Schoß fällt, sondern man ordentlich dafür arbeiten muß. Das wiederum ist eine Arbeit, die sich lohnt und dadurch, daß man sieht, worauf man sich - Monat für Monat - vorbereitet, verschwindet die Arbeit zwar nicht, aber mit dem Ziel vor Augen geht sie viel leichter - Ja fast schon spielerisch - von der Hand.

Viele Wege können zum Ziel führen - das ist auch bei Im Jahr des Drachen der Fall und somit ist einer der Reize in diesem Spiel die Möglichkeit, die verschiedensten Taktiken auszuprobieren. Teilweise muß man jedoch so flexibel sein, daß man seine Taktik auch mitten im Spiel umstellen muß, da einem die Mitspieler mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.

Eine Partie Im Jahr des Drachen ist in jeder Gruppengröße eine Freude, wobei dieser Spaß mit der Anzahl der Mitspieler steigt. Sind es nur wenige, fehlt teilweise die nötige Konkurrenz bei der Wahl der Aktionen - und wenn immer alles klappt, dann ist das wie bei einem Würfel, auf dem nur Sechsen sind. Bei mehr Spielern muß man flexibler in seiner Taktik sein und hat außerdem viel mehr Mitfürsten im Spiel, die einem mit einer ähnlichen Taktik in die Suppe spucken können. Etwas schade ist, daß die Interaktion mit den Mitspielern etwas gering ausfällt. Einzig bei der Wahl der Aktionen kann ich mal schauen, was meine Mitspieler so benötigen und ob sie die gewünschte Aktion auch noch ausführen können, wenn ich die entsprechende Gruppe vorher wähle. Hierbei bleibt natürlich die Frage, ob ich mir selber nicht ein Bein stelle und Tempo verliere.

Abschließend kann man sagen, daß sich Stefan Feld im Verlaufe seiner Spiele bei Alea durchaus entwickelt hat. Er hat ein sehr gut ausbalanciertes Spiel mit vielfältigen Taktiken abgeliefert, das ich eher im Viel- als im Bereich der Gelegenheitsspieler oder der Familie sehe. Ich wünsche allen viel Spaß Im Jahr des Drachen und Alea ein weiterhin so gutes Händchen bei der Wahl ihrer Spiele.

(cw)
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     91 Prozent - 3.67 PunkteIhre 23 Lesermeinungen zu Im Jahr des Drachen~3.67
Punkte
Knightsbridge12.Mar 12: Es mangelt an allem, wie so oft bei diesem Autor. Man möchte dies tun, aber auch das und etwas Drittes müsste man auch noch machen, kann es aber nicht. Also eine Zwickmühle nach der andern und man fragt sich bisweilen: weshalb macht mir das eigentlich Spass? Aber es macht Spass, un darum geht es uns Spielern doch, oder?
Babak Hadi
08.Jun 10: Sehr gutes optimierungs Spiel!
Hans
28.Mar 10: Habe es trotz mehrerer Anläufe nie gewinnen können und mag es trotzdem. Vielleicht sollte ich mehr Reis essen.....
Gerhard Passler
07.Jan 09: Anspruchsvolles, knallhartes Optimierungsspiel mit gut ineinander greifenden, ausbalancierten Mechanismen; Spielablauf eher unspektakulär, trotzdem sehr fordernd und herausfordernd; strategisches Vorausplanen ist das Um und Auf, Fehler werden kaum verzeiht; Spielanleitung - wie immer bei Alea - auf sehr hohem Niveau; Spielplan optisch ziemlich langweilig; bestimmt keine Liebe auf den ersten Blick, da zu destruktiv; vermittelt kein positives Spielgefühl, da man fortwährend darauf bedacht ist, Katastrophen abzuwehren; Note: ganz knapp 4;
Vivien Wulff
04.Jan 09: Pfff,Hm ja kann man spielen, ist toll, wobei nicht überragend!
Julius04.Jan 09: Ich finde das Spiel sehr gut, bloß sehr ärgerlich, wenn man nicht das bekommt was man will!
Jörn Frenzel
04.Jan 09: Auch das wiederein schöner Wurf von Alea, macht viel Spaß, trotz oder gerade wegen der Knappheit der Materialien, die man braucht!
Ralf Jöhren14.Aug 08: Ein wirklich tolles Spiel. Beinahe bin ich versucht, 4 Punkte zu vergeben.
Sporb05.Aug 08: Rockt.
Nicht zu lang, immer wieder anders (Ereignisreihenfolge).
Bei mabiweb.com kann man es online kostenlos spielen.

Jan Mirko Lüder
10.Jun 08: Ausgezeichnetes Spiel, allerdings schleichen sich nach einigen Partien gewisse Gewohnheiten und Routinen ein, die das Spiel ein wenig entzaubern.
Wer für ausreichend Prestige sorgt, hat meist nicht nur in der Spielreihenfolge die Nase vorn. Außerdem sollte jedem Mitspieler der furiose Sieg eines konkurrenzlosen Glehrten-Strategen eine Lehrstunde sein. Ohne Wissen geht's halt nicht...

Carsten Pinnow

22.Apr 08: Verliert auch mit vielen Spielern kaum an Reiz
Martin Kosub
02.Apr 08: Strategisch eine Herausforderung. Verzeiht kaum Fehler. Mir gefällts.
Klaus Ottmaier13.Mar 08: Top Spiel. Man muss sehr wach spielen, denn Fehler sind schwer auszubessern. Es gibt viele Siegstrategien. Man kommt sich mehr in die Quere als es zunächst den Anschein hat. Toppt sogar Notre Dame.
Stephan Wendt06.Mar 08: Dieses Spiel besitzt einen hohen Spielreiz, ähnlich wie Notre Dame. Die Schwierigkeit,die Widrigkeiten zu bewältigen ist hier jedoch noch höher.
Jonas Hoffmann05.Mar 08: Wieder ein gutes Spiel von Stefan Feld. Der Kampf um die Ressourcen ist wirklich hart. Wenn es noch was zu verbessern gäbe, dann sind es die Regeln, das ganze ist sehr unüberschaubar aufgezogen, es fehlt IMHo der rote Faden.
Paul Arnesen26.Feb 08: Gutes Spiel für Leute, die gelernt haben, auch mal auf etwas verzichten zu können, ansonsten: knallhartes Spiel um Prioriäten.
Bernd Eisenstein

25.Feb 08: Klasse Spiel - sicher nicht für jeden geeignet, aber ich find's super (bis auf die scheußliche Grafik :-))
Michael Andersch
25.Feb 08: Das Spiel gefällt mir sehr gut, aber Andreas hat schon recht: Meist gibt es einen, an dem's total vorbei läuft. Außerdem verzeiht es kaum Fehler.
Andreas Schelzel20.Feb 08: Habe das Spiel zweimal gespielt und dann begeistert gekauft. Habe es zwei weitere Male gespielt und dann enttäuscht wieder verkauft, weil eigentlich immer mindestens ein(e) Mitspieler(in) das Pech hat, dass das Spiel einfach an ihm/ihr vorbeigeht, ohne dass er/sie dies wirklich beeinflussen könnte.
Marco Stutzke
19.Feb 08: .... mir gefällt es einfach nicht, egal wie oft ich es noch probiere ...... trockene Arbeit halt.
Detlef Vanis19.Feb 08: Prima Strategiespiel. Viele Optionen, aber doch nicht zu hart.
Jonthedon19.Feb 08: Sehr schönes Spiel mit vielen verschiedenen Möglichkeiten. Frustfaktor kann ich nicht bestätigen (kam aber auch fast immer ganz gut weg). Selbst zu zweit würde ich noch gute drei Punkte vergeben. Im Direktvergleich mit Notre Dame würde ich letzterem gefühlt allerdings mehr Variabilität bescheinigen.
Maddin
19.Feb 08: Schönes Spiel mit Wettlauf-Charakter; dabei nett grübelig aber nicht übertrieben lang. Also Vorschlag an alle: hier mal eine Stunde lang ordentlich anstrengen - und hinterher kommt dann etwas kurzes, seichtes, anderes auf den Tisch.

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© Carsten Wesel am 21.02.2008 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.