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Chicago Express

Der unaufhaltsame Weg nach Westen

VerlagAutorGrafikSpielerAlterSpieldauerPreis
Queen Games Harry Wu Michael Menzel 2 - 6 ab 12 Jahre 60 Minuten 32,- Euro 

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Spielziel:

Es war schon oft erklärtes Ziel vieler Spieler, das große und weite Land, das sich hinter den drei Buchstaben USA verbirgt, per Eisenbahn zu erkunden. Aber genau weil das so ist, ist es bei Chicago Express der Fall, daß es diese Eisenbahn-Gesellschaften schon gibt, die die USA mit einem Streckennetz versorgen wollen und wir als Spieler jetzt nur noch die Möglichkeit haben, uns an der einen oder anderen Gesellschaft zu beteiligen, um auf diesem Wege ein wenig in die Geschicke eben selbiger Gesellschaft einzugreifen und dabei den Weg der Schienen gen Westen ein wenig zu lenken. Nebenbei möchte der Spieler natürlich auch ein wenig Profit erwirtschaften - aber das Hauptziel ist trotzdem, den Osten mit den Westen per Schiene zu verbinden und dabei schneller zu sein, als die weiteren Gesellschaften, die sich auch zu diesem Zwecke gefundne haben.

Ablauf:

Vor uns liegt der Spielplan von Chicago Express und es verblüfft wahrscheinlich nicht sehr, daß er die Karte der USA zeigt, die mit einem Sechseckraster überzogen ist. In dieses Raster eingepasst sind diverse Städte wie z.B. Chicago als namensgebende Stadt oder auch New York. Landschaft kommt in Form von Bergen, Ebenen und Wäldern vor. Unsere 4 großen Eisenbahn-Gesellschaften wurden alle an der Ostküste gegründet und sind alle an einer Strecke nach Chicago interessiert während die kleine schwarze sich mit ihrer Gründung noch Zeit lässt und den Spielverlauf abwartet. Da sich die Spieler erst relativ spät entschlossen haben, auf den Zug der Schienenverbindung von Osten und Westen aufzuspringen, sind sie an keiner Gesellschaft beteiligt und sollten das zügig ändern, um mitreden zu können. Also starten die 4 Gesellschaften erste einmal damit, jeweils eine ihrer Aktien an den Mann zu bringen. Bei den Aktien wird es erstmals an, ungewohnt zu werden, denn das Geld, das die Spieler für die Aktie ausgeben, geht nicht an die Bank, sondern in die Kasse der jeweiligen Gesellschaft, die dieses Kapital im weiteren Spielverlauf in den Ausbau des eigenen Streckennetztes steckt. Gelb besitzen somit die Spiele, die Eisenbahngesellschaften und die Bank.

3 Zugalternativen hat ein jeder Spieler und aus diesen wählt er jeweils eine pro Runde. Hierfür gibt es auf dem Spielplan Anzeigen, die anzeigen, welche Aktion in der laufenden Runde schon wie oft gewählt wurden. Diese Anzeige erreicht bei jeder der 3 Alternativen irgendwann den roten Bereich und darf anschließend nicht mehr gewählt werden. Erreicht die zweite Anzeige den roten Bereich, so wird das Spiel für eine Prämienzahlung unterbrochen und das Spiel anschließend 3x im grünen Bereich fortgesetzt. Dann können z.B. auch wieder Strecken gebaut werden, wofür die Unternehmen ihr eigenes Geld aufwenden müssen und nicht auf das Geld der Spieler zurückgreifen können. Das geht nur, wenn als Aktion der Verkauf einer weiteren Aktie gewählt wird, die weiteres Geld in die Kasse spült - allerdings auch die ausgeschütteten Dividenen der Gesellschaft am jeweiligen Rundenende auf mehr Schultern verteilt. Der Wert des Unternehmens steigt ansonsten mit fast jedem Ausbau der Strecke, so daß die Ausschüttungen auch tendenziell immer höher werden (müsste man sie nicht teilen).

Für die Spieler ist es zwar theoretisch recht angenehm, wenig Geld für die Aktien auszugeben, doch wenn wenig dauerhaft wenig bleibt, so steht der Gesellschaft kein Kapital zur Verfügung - Und, daß das für keine der Gesellschaften um den Chicago Express nicht gut ist, kann sich jeder denken. Aktion 3 ist übrigens der infrastrukturelle Ausbau um die bestehende Strecke einer Gesellschaft. Hierbei steigt entweder der Wert oder die Liquidität, was beides nicht zu verachten ist. Auch nicht zu verachten ist übrigens die Chicago-Zwischen-Wertung für die Gesellschaft, die als erste Chicago erreicht, da hierbei ausschließlich die Aktionäre dieser speziellen Linie eine Dividende erhalten - somit 1x öfter als alle Spieler, die nicht an diesem Chicago Express beteiligt sind. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, denn Geld ist der Schlüssel zu Sieg. Diese Wertung bringt zusätzlich noch die kleine schwarze Linie in's Spiel, in die man sich ab jetzt genau so einkaufen kann, wie in alle anderen Gesellschaften.

Chicago Express ist mit 60 Minuten ein relativ kurzes Spiel, das endet, sobald 3 Gesellschaften alle ihre Aktien ausgegeben haben (was nicht zu selten vorkommt, stehen bei den einzelnen Gesellschaften doch nur 2-6 Aktien zur Verfügung). Ende ist auch, wenn 3 Gesellschaften (alle ihre Stecken gebaut haben und) nicht weiter expandieren können. Ein paar weniger häufige Enden gibt's noch, aber das führt jetzt zu weit bei unserem kleinen Einblick, den wir hier kriegen wollen. Ist's jedenfalls dann so weit, gewinnt, wer das meiste Geld besitzt, wobei die Aktien jetzt keinen mehr interessieren, denn die haben ihren Teil bereits während des Spieles getan und waren somit nur Mittel zum Zweck.

Fazit:

Ein Eisenbahnspiel, das nur 60 Minuten dauert? Das ist doch mal eine prima Option, womit Chicago Express schon mal gute Voraussetzungen bietet, auf dem Spieletisch zu landen. Dabei haben wir dann auch noch das Glück, es mit einem Spiel mit ziemlich übersichtlichen und einfachen Regeln zu tun zu bekommen. Eine von 3 Aktionen zu wählen und den Anzeiger dafür weiter zu rücken, ist wirklich nicht das Problem und sollte jedem gelingen. Schienen zu setzen und etwas Infrastruktur in Form von Häusern zu setzen ist dabei nicht wirklich fordernd und eher mäßig spannend - das ändert sich, bei der Versteigerung von Aktien, da hier plötzlich jeder Spieler involviert ist und dabei sein möchte.

Bei diesen Auktionen achtet ein jeder darauf, erstens möglichst günstig einzukaufen und zweitens mit seinem Geld wieder Bares in die Kassen des Unternehmens zu spielen. Die Unternehmenskassen sind knapp und wenn man sich mit dieser einen Aktie beteiligt, schießt man dem Unternehmen Geld zu, das die Eisenbahn-Unternehmen nutzen, um damit Strecken zu bauen und so das Ziel des Spieles zu verfolgen. Ein nettes Dilemma, bei dem man nie weiß, was wirklich gut ist und wie hoch die folgenden Dividenden wohl ausfallen werden. Um die Dividenden der Mitspieler zu schmälern hat es sich jedoch schon mehrfach als gut erwiesen, Aktien ihrer Unternehmen, an denen man sich nicht beteiligen möchte, auf den Markt zu schmeißen. Auf diese Weise verteilt man die Dividenden auf mehrere Schultern (wenn ein Mitspieler seine erste Aktie dieser Firma kauft) oder zwingt einen Aktionär, eine weitere Aktie zu kaufen, die er evtl. gar nicht wollte, nur damit sie niemand sonst bekommt und die Dividenden nicht weiter aufgeteilt werden. Es scheint immer ein guter Grund zu sein, eine Aktie zu kaufen und damit an einer weiteren Linie beteiligt zu sein. Nur macht sich kaum jemand bei Chicago Express Gedanken, welche Erträge zu erwarten sind, so daß das Ersteigern einer Aktie meist nach Gefühl geht.

Mit seinen 3 kleinen Zug-Möglichkeiten, die uns Chicago Express bietet, schafft es das Spiel doch, die Kürze der Zeit mit einer angenehmen Qualität zu füllen, denn wie man Chicago Express gut spielt ist nicht ganz sofort zu durchschauen, wie es die einfachen Regeln andeuten. Hierbei sind es jedoch ganz klar die Versteigerungen, die sich in den Vordergrund drängen und die anderen beiden Aktionen viel kleiner erscheinen lassen. Chicago Express ist kein Nebeneinander, da die Spieler sich in gemischte Eisenbahn-Unternehmen einkaufen und mal hier, mal da Interesse an Entwicklung zeigen. Und wie bei jedem guten Versteigerungsspiel steigt auch bei Chicago Express mit der Anzahl der Spieler der Spaß am Spiel und richtet sich nicht in erster Linie an die Familie, auch wenn man das bei diesen einfachen Regeln annehmen könnte. Fakt ist jedoch, daß Chicago Express mit seinen Aktienbeteiligungen zu anders ist, um einen nur gelegentlichen Spieler nicht zu überfordern. Ein Versuch lohnt jedoch auf jeden Fall, da man bei dieser kurzen Spielzeit nicht viel falsch machen kann, außer eben eine Perle der Gattung Eisenbahnspiel zu verpassen.

(cw)
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     90 Prozent - 3.63 PunkteIhre 7 Lesermeinungen zu Chicago Express~3.63
Punkte
Vivien Wulff
16.Aug 10: Spannende Unterhaltung!
Kerstin Röhricht04.Jun 10: Ein schönes Spiel, nicht nur für Eisenbahnfreaks.
Micha A.21.May 10: Gut, aber verzeiht keine Fehler.
Micha A.21.May 10: ut, aber verzeiht keine Fehler.
Martin Kosub
17.May 10: Macht zu viert echt Spaß. Mit weniger Spielern wird es etwas tröge.
Martin Kosub
17.May 10: Ja, macht in großer Runde echt Laune und wird bestimmt noch öfters ausgepackt.
Jörn Frenzel
11.May 10: Das Ding war ein echter Hammer und das bei Vollbesetzung.Immer wieder!

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© Carsten Wesel am 30.03.2010 für www.fairspielt.de. Kontakt-Email zum Webmaster.