Luding

Spieletest von Ursuppe


Autor: Doris Matthäus und Frank Nestel
Hersteller: Spiele von Doris und Frank
Anzahl Spieler: 3 bis 4
Ab Alter: 12
Spielzeit: 150 Minuten

Träge treiben die Amöben in der Strömung der Suppe, fressen heftig und anspruchsvoll und lassen sichs wohl sein.

Doch Fortschritt muß sein. So erwirbt jeder Amöbenstamm gepflegt durch seinen Spieler, gegen Einsatz von einigen Biopunkten einige der 20 verschiedenen Gene, die ihm eine gezieltere Bewegung, ein Kämpfchen mit dem Nachbarn oder eine bessere Nutzung der Nahrung erlauben. Denn die Nahrung wird bald knapp und Hungern schädigt das zarte Tierchen. Aber Gene erhöhen die Empfindlichkeit gegen Strahlung, sodaß so mancher Biopunkt gezahlt werden muß oder oft Gene auch wieder verloren gehen.

Nach Erhalt von 10 neuen Biopunkten kann sich eine Amöbe gegen Abgabe von 6 Biopunkten nun teilen und somit vermehren. Amöben mit zuvielen Hungerschäden sterben jetzt.

Die Spieler bekommen dann je nach Anzahl von Amöben und Genen sogenannte "Fortschritts"-Punkte, die auf einer Punktleiste gezogen werden, wobei belegte Punktestände übersprungen werden.

Soweit hört es sich ganz nett an. Leider wirkt sich die am Spielbeginn erwürfelte Spielerreihenfolge stark aus, denn die Bewegung ist ein übermächtiges Gen, das bei den meisten anderen Genen hilft. Da es dieses zweimal gibt, haben die ersten beiden Spieler einen entscheidenden Vorsprung. Zusätzlich kann durch das Springverfahren auf der Punkteleiste leicht ein Spieler punktemäßig abgehängt werden. Beides wird vom Autor Frank Nestel heftig bestritten. Leider habe ich das Spiel bis heute auch nur einmal spielen können - möchte also einräumen, dass ich und die anderen Mitspieler uns ja vielleicht irren.

Die Genzerstörung hemmt den Spielfluß zusätzlich zu den oft verhungernden Amöben.

Die Grafik mit den vielen tollen Amöben ist sehr lustig geworden und gefällt mir von den Zeichnungen her sehr gut. Leider ist die Farbwahl etwas sehr ins gräuliche gerutscht.

Ein nettes Spiel eigentlich, mit der Möglichkeit verschiedene Taktiken zu erproben, aber leider durch ein paar Unausgewogenheiten und ein paar anderer kleiner Mängel nicht so gut wie es sein könnte. Vielleicht läßt sich ja doch noch etwas retten. Mir gefällt die Idee gut, jedem von Anfang an Bewegung I zuzugestehen, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.


Mario Boller-Olfert
Mail: mario@luding.com
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