Luding

Spieletest von MARRA CASH


Hersteller: Franckh Cosmos
Preis: 40 DM
empf.Alter: 12-
Anzahl Spieler: 3-4
Erscheinungsjahr: 1996
noch erhaeltlich: Ja
Autor: Stefan Dorra
Besonderheit:

Kategorie: Taktisches Denkspiel
Tester : Andreas Keirat, Bremerhaven EMail1 EMail2, Claudia Schlee

Ausstattung

1 Spielplan, 1 Versteigerungsstein, 24 Ladenschilder und Standfuesse, 4 Uebersichtskarten, 54 Besucherfiguren in 5 Farben, 25 Karten mit Gegenstaenden, Spielgeld

Aufmachung

Das Spiel wird in der gleichen Kartongroesse ausgeliefert, wie sie bereits bei den Siedlern von Catan benutzt wurde. Auch das Regelwerk ist zweigeteilt und enthaelt einen Almanach zum Nachschlagen. Der Spielplan zeigt eine Stadt mit vielen Gassen und Geschaeften (in den 5 Spielfarben). An Kreuzungspunkten stehen immer Brunnen, die ausschliesslich als Spielfelder dienen (man haette sich durchaus die Einteilung anderer Felder sparen koennen). Die Stadt ist umgeben von einer Mauer und besitzt 3 Eingangstore. Der Versteigerungsstein ist schoen geworden und aus Glas. Die Ladenschilder sind aus bedruckter Pappe und stehen in Plastikfuessen. Sie dienen den Spielern als Erkennungshilfe der ersteigerten Laeden. Je 6 Schilder mit orientalischen Namen gibt es pro Spieler. Die Besucherfiguren sind aus Holz und mit schoenen Farben lackiert. Es sind keine "normalen" Holzpoeppel, sondern etwas besser gestaltete Figuren. Die Karten und das Geld sind schliesslich ebenso wie der Spielplan wunderbar gezeichnet worden !

Ziel

Jeder Spieler versucht, so viel Geld wie moeglich zu machen. Zu Beginn erhaelt jeder Spieler 6 Ladenschilder und eine Spieluebersicht, sowie 1200 Dirham Startkapital. Dann werden an die drei Stadttore je drei verschiedenfarbige Touristen gestellt, der Rest der Touristen wird in einem Beutel gut gemischt und dann in einer Reihe am Rand des Spielplanes auf die Mauer gestellt, so dass sich eine Schlange ergibt. In der ersten Runde werden nur Laeden versteigert. Ein Startspieler sucht sich einen Laden aus, legt den Versteigerungsstein auf diesen Laden und nennt eine Summe, die er fuer den Laden bietet. Anschliessend muss der naechste Spieler das Gebot erhoehen oder passen. Ist ein Spieler alleine ueber, so zahlt er den angesagten Preis und stellt ein Schild in den Laden. Hat er selber den Laden versteigert und ersteigert, so wird der Kaufpreis an die Bank gezahlt, hat ein anderer Spieler den Laden versteigert, so bekommt der Versteigerer nach der Zahlung an die Bank von dieser eine Provision, die sich nach der Hoehe des Kaufpreises richtet. So versteigert jeder Spieler erst einmal einen Laden. Dann beginnt das eigentliche Spiel ! Ist ein Spieler an der Reihe, so darf er zwischen drei Aktionen waehlen: Bewegung von 2 Touristengruppen, Bewegung einer Touristengruppe und Versteigerung eines Ladens, Versteigerung zweier Laeden. Bei der Bewegung einer Touristengruppe wird diese von ihrem Ausgangsfeld den Strassen entlang bis zu einem neuen Brunnen bewegt, wo sie stehen bleibt. Kommen die Touristen an einem gleichfarbigen Laden vorbei, in dem ein Schild eines Spielers steht, so gehen sie in diesen Laden und kaufen dort ein. Der Besitzer bekommt fuer den ersten Kunden in dem Laden 100 Dirham, fuer den zweiten 200, fuer den dritten 300 etc. Mehr als 500 Dirham pro Kunde gibt es allerdings nicht ! Hat ein Mitspieler die Gruppe vorbeigefuehrt, so bekommt er vom Ladenbesitzer Provision (zwischen 50 und 100 Dirham je Kunde, abhaengig von dessen Kaufkraft). Kunden gehen grundsaetzlich immer in den ersten farbigen Laden ihrer Farbe, in dem sich ein Schild befindet. Treffen 2 Besuchergruppen zusammen, so werden sie von da an als eine Gruppe bewegt, eine Aufteilung ist nicht erlaubt. Die Versteigerung eines Ladens erfolgt wieder nach dem bereits oben geschilderten Prinzip (inkl. Provisionen). Hat ein Spieler beide Zuege beendet, so wird noch abschliessend geschaut, ob eines der drei Ausgangsfelder der Touristen leer ist. Ist dies der Fall, darf der Spieler, der eben an der Reihe war, 2-4 Spielfiguren vom Anfang oder dem Ende der Reihe nehmen und diese auf das Ausgangsfeld stellen, danach ist der naechste Spieler an der Reihe und kann sich fuer einen der drei Doppelzuege entscheiden.

Spielende

Sobald kein Besucher mehr auf der Mauer steht, beginnt die letzte Runde. Jeder Spieler ist noch einmal an der Reihe, danach endet das Spiel. Sieger wird der Spieler mit dem meisten Geld.

Kommentar

Marra Cash ist kein kompliziertes Spiel, doch macht es viel Spass, egal, ob man es zu dritt oder viert spielt. Zu Anfang werden meist viele Laeden versteigert, zum Ende hin werden nur noch Figuren bewegt. Das schoene am Spiel sind die Provisionen und die Doppelzuege, die einem das Spiel erleichtern, bessere Planung und vor allem viel Geld bringen koennen. Man sollte allerdings sein Geld vor den anderen verstecken. Besonders gut ist das Spiel mit der Variante, bei der die Karten zum Einsatz kommen. Es werden dann zwei Karten aufgedeckt, die ein Schmuckstueck, eine Farbe und deren Preis zeigen. Geht ein Tourist der gleichen Farbe nun in einen Laden, so erwirbt der Tourist dieses Schmuckstueck zusaetzlich und bezahlt dem Ladenbesitzer also mehr. So ist noch mehr Geld im Spiel und es muessen hoehere Provisionen gezahlt werden. Die Karten werden uebrigens erst am Ende eines Doppelzuges ergaenzt.

Fazit

Ein gelungenes Spiel von Stefan Dorra, welches nur unwesentlich schlechter ist als Linie 1 !!!

Wertung

Das Spiel bekommt 5 Punkte. Schade ist es nur, dass es keine Zweispieler-Variante gibt.

Andreas Keirat


Dieser Spieletest wurde geschrieben von Andreas Keirat und beinhaltet demzufolge teilweise seine Meinung. Die Verbreitung und Publikation ist gestattet, sofern der Autor und der Testbericht nicht veraendert werden (Rechtschreibfehler/Satzbaukorrektur ausgenommen), der Autor davon Kenntnis erhaelt und ein Belegexemplar zugesandt wird. Der Autor hat mit keinem Spielzeughersteller berufliche Verbindungen. Die Verbreitung in den Netzen ist ausdruecklich gestattet, bei Fragen wenden Sie sich bitte an: fashion@fishtown.han.de oder l11e@alf.zfn.uni-bremen.de (falls erstere EMail versagt.)
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