Luding

Spieletest von LINIE 1


Hersteller: Goldsieber
Preis: 49 DM
empf.Alter: 10-
Anzahl Spieler: 2-5
Erscheinungsjahr: 1995
noch erhaeltlich: Ja
Autor: Stefan Dorra
Besonderheit: Aufgenommen Bestenliste Spiel des Jahres 1995

Kategorie: Taktisches Denkspiel
Tester : Andreas Keirat, Bremerhaven EMail1 EMail2, Claudia Schlee

Ausstattung

Spielplan, Schienenkaertchen, 6 Strassenbahnen, 12 Haltestellen, 12 Streckenkarten, 6 Linienkarten, 1 Spezialwuerfel, 1 Kurzspielregel

Aufmachung

Dieses Spiel ist sehr edel verpackt und gehalten. Die Grafiken sind hervorragend gelungen und passen zum Spiel. Bei meiner Version sind jedoch die Strassenschilder ziemlich mit Farbe verlaufen, was dem schoenen Design etwas entgegenwirkt. Die Strassenbahnen sind im Prinzip nur Holzkloetze, auf die eine Folie geklebt wird, aber sie sind eh so klein, dass man dort eigentlich keine ausgepraegten Modelle erwarten kann.

Ziel

Jeder Spieler leitet eine Strassenbahngesellschaft und hat den Auftrag, zwei bzw drei (abhaengig von der Spielerzahl) Stationen von seinem Startbahnhof zum Endbahnhof anzufahren. Kein Spieler weiss jedoch, welche Stationen oder welche Strassenbahnlinie jeder Spieler hat. Zu Beginn des Spieles werden die Linienkarten und die Streckenkarten verdeckt gemischt, danach erhaelt jeder Spieler je eine von beiden Karten. So ist seine Linie und sein Auftrag gegeben. Auf dem grossen Spielplan sind am Rand die einzelnen Start- bzw. Endbahnhoefe aufgezeichnet, ebenso die diversen Stationen, die man anfahren kann. Zu Anfang ist nur noch kein Streckennetz vorhanden. Dieses wird in der ersten Phase aufgebaut und in der zweiten Phase abgefahren mit der eigenen Strassenbahn. Nachdem jeder Spieler zu Beginn 5 Streckenkaertchen erhalten hat, kann er, wenn er an der Reihe ist, zwei seiner Kaertchen gemaess den Anlegeregeln auslegen und wieder zwei nachziehen. Legt er ein Kaertchen neben eine Station, so wird dort das Haltestellenschild aufgestellt, sofern kein weiteres Plaettchen dort liegt. Dieses Schild signalisiert, wo die entsprechende Station angefahren werden muss. Man darf auch gewisse bereits abgelegte Kaertchen wieder aufnehmen, wenn man die Strecke erweitert und die alte Streckenfuehrung unveraendert bleibt. Es wird so lange an der Streckenfuehrung gebastelt, bis ein Spieler sagt, dass er nun fahren kann. Er zeigt seine Linie und seinen Auftrag und danach die Strecke, die er entlang fahren will. Nun darf er in jeder weiteren Runde einmal wuerfeln und den Strassenbahnzug entsprechend vorwaertsziehen um die Anzahl der Felder, die auf dem Wuerfel angegeben sind. Erwuerfelt er ein Haltestellenschild, so darf er sogar bis zum

Spielende

naechsten Haltestellenschild vorruecken. Kommt ein Spieler dann von einem Startbahnhof zum Zielbahnhof, so hat er gewonnen.

Kommentar

Ich finde das Spiel toll. Es macht wirklich Spass, in der Planungsphase ein Streckennetz aufzubauen und den Gegner, dessen Linien man meist nicht kennt, sondern nur vermutet, zu aergern, in dem man die Streckenfuehrung fuer ihn so kompliziert wie moeglich macht. Trotzdem ist es immer wieder ueberraschend, wenn ein Spieler ploetzlich sagt, dass er nun fahren kann. Als Manko bei diesem Spiel kann man neben den schlecht bedruckten Haltestellenschildern (die vielleicht nur bei mir vorhanden sind) eigentlich nur die unlogische Tatsache erwaehnen, dass jedes Plaettchen nur einen Schienenstrang darstellt, trotzdem aber zwei Strassenbahnen auf einem Feld (oder einer Strecke) fahren duerfen.

Fazit

Ein gelungenes Spiel, welches zurecht zu den besten Spielen des Jahres zaehlt. Es erinnert mich entfernt an Dampfross, welches auch einmal Spiel des Jahres war.

Wertung

Auch fuer dieses Spiel gebe ich 5 Punkte, obwohl ich es besser als "Die Siedler" finde. Andere wiedersprechen mir hier jedoch wehement.

Andreas Keirat


Dieser Spieletest wurde geschrieben von Andreas Keirat und beinhaltet demzufolge teilweise seine Meinung. Die Verbreitung und Publikation ist gestattet, sofern der Autor und der Testbericht nicht veraendert werden (Rechtschreibfehler/Satzbaukorrektur ausgenommen), der Autor davon Kenntnis erhaelt und ein Belegexemplar zugesandt wird. Der Autor hat mit keinem Spielzeughersteller berufliche Verbindungen. Die Verbreitung in den Netzen ist ausdruecklich gestattet, bei Fragen wenden Sie sich bitte an: fashion@fishtown.han.de oder l11e@alf.zfn.uni-bremen.de (falls erstere EMail versagt.)