Luding

Spieletest von DIE BOSSE


Hersteller: FX Schmid
Preis: 15 DM
empf.Alter: 12-99
Anzahl Spieler: 2-6
Erscheinungsjahr: 1991
noch erhaeltlich: ja
Autor: Sid Sackson
Besonderheit:

Kategorie: Kartenspiel
Tester : Andreas Keirat, Bremerhaven EMail1 EMail2, Claudia Schlee

Ausstattung

54 Industrie-Karten, 54 Aktionskarten

Aufmachung

In einer kleinen und handlichen Verpackung kommt dieses bunte Kartenspiel daher. Die Zeichnungen auf den Karten sind nicht gerade besonders gut gelungen, doch bilden sie im Gegensatz zu vielen anderen Kartenspielen zumindest einen themenbezogenen Hintergrund.

Ziel

Man versucht als grosser Wirtschaftsboss mit geschickten Transaktionen, gewagten Spekulationen und gnadenlosem Konkurrenzkampf die Gegner bei der Endabrechnung weit hinter sich zu lassen. Dies geschieht durch Kauf von IndustrieUnternehmen und deren Zusammenschluss zu Konzernen. Bedingungen sind jedoch verschiedenartige Unternehmungen mit gleichen Buchstaben. Auf jeder Karte ist der Kaufpreis des Unternehmens, die Art und die Fusionsmoeglichkeit (mit Hilfe von Buchstaben) angegeben. Eine Unternehmung mit den Kennzeichen ABCEF laesst sich also nicht in einer Unternehmensgruppe mit "D" einbauen. Auch duerfen in einem Konzern nie 2 Unternehmen der gleichen Sparte auftauchen, da sonst das Kartellamt einschreitet. Am Anfang des Spieles werden 5 Industriekarten offen ausgelegt, der Rest der Industriekarten liegt daneben auf einem Stapel. Die Aktionskarten werden ebenfalls gemischt und auf den Tisch gelegt. Jeder Spieler darf sich am Anfang 7 dieser Karten nehmen. Bei den Aktionskarten gibt es Kapitalkarten, die zum Kauf von Industriekarten dienen, Transferkarten, die die Uebernahme einer Unternehmung von einem anderen Spieler zu gewissen Konditionen ermoeglichen (0.5,1,1.5 des Wertes) und 2 Profitkarten, die eine Gewinnausschuettung signalisieren und den einzelnen Wirtschaftsbossen zu Punkten in Form von Geld verhelfen. Nun kann jeder Spieler drei Phasen erledigen: Erstens durch Ausspielen von Kapitalkarten eine oder mehrere Unternehmen kaufen, zweitens kann er Transfers mit Hilfe von Transferkarten durchfuehren und drittens darf er Rationalisierungsmassnahmen durchfuehren. Jede dieser Aktionen kostet den Spieler natuerlich Kapital. Am Ende seines Zuges darf man daher vom Aktionsstapel 2 neue Aktionskarten aufnehmen. Um Konzerne aufzubauen, werden die verschiedenen IndustrieKarten untereinander gelegt. So kann man schnell erkennen, welche Buchstaben in all diesen Industrien gleich ist, denn nur Industrien mit gleichem Fusionsbuchstaben duerfen untereinander gelegt werden, genauso wie man kein zweites Unternehmen der gleichen Branche in einen Konzern einbauen darf. Es werden also meist parallel 3-6 Konzerne gegruendet und nach Kraeften ausgebaut. Je mehr Unternehmen in einem Konzern sind, desto mehr Geld bekommt man bei der Gewinnausschuettung. Maximal 6 Unternehmen koennen einen Konzern bilden und bringen einem glatt 20 Mio bei der Gewinnausschuettung.

Spielende

Man spielt so lange, bis die letzte Industriekarte ihren Besitzer gefunden hat. Dann wird noch eine letzte Profitrechnung gemacht und der Spieler mit den meisten Millionen durch Profiterwirtschaftung (die Aktionskarten mit dem Geld zum Kauf von Industrien zaehlt hier nicht) im gesamten Spiel hat gewonnen.

Kommentar

Das Spiel klingt etwas konfus, nach einer gewissen Eingewoehnungsphase kann man aber gut mitspielen. Etwas schleierhaft sind mir Teile der Spielanleitung, wie z.B. die Klausel, dass die Aktionskarten am Schluss nicht mitgezaehlt werden duerfen, denn wenn das kein "richtiges" Geld sein soll, wieso kann ich dann Industrien kaufen ? Aber sonst ist das Spiel durchaus brauchbar und muss sich vor anderen Spielen nicht verstecken.

Fazit

Wer ein billiges Kartenspiel mit Wirtschaftscharakter sucht, der wird mit diesem Spiel seine Freude haben.

Wertung

Glatte 4 Punkte gibt es, da die kleinen Ungereimtheiten sich auf die Bewertung niederschlagen.

Andreas Keirat


Dieser Spieletest wurde geschrieben von Andreas Keirat und beinhaltet demzufolge teilweise seine Meinung. Die Verbreitung und Publikation ist gestattet, sofern der Autor und der Testbericht nicht veraendert werden (Rechtschreibfehler/Satzbaukorrektur ausgenommen), der Autor davon Kenntnis erhaelt und ein Belegexemplar zugesandt wird. Der Autor hat mit keinem Spielzeughersteller berufliche Verbindungen. Die Verbreitung in den Netzen ist ausdruecklich gestattet, bei Fragen wenden Sie sich bitte an: fashion@fishtown.han.de oder l11e@alf.zfn.uni-bremen.de (falls erstere EMail versagt.)
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