Spieletest für das Spiel: MAUERBAUER
Hersteller: Hans im Glück             
Preis: 30 Euro
empf.Alter: 8-               
Anzahl Spieler: 2-4
Erscheinungsjahr: 2006      
noch erhältlich: Ja
Autor: Leo Colovini
Besonderheit:
Veröffentlichung des Berichtes: Juli 2006
Kategorie: Würfelspiel
Bewertungsbild Mauerbauer-Pressefoto

Für die Zusendung eines Rezensionsexemplars danken wir der Firma Hans im Glück recht herzlich!

Ausstattung: 1 Spielplan, 30 Türme, 60 Häuser, 15 Paläste, 33 Mauern, 4 Zählsteine, 3 Spezialwürfel, 60 Karten
Aufmachung: Der Spielplan zeigt eine Region, die durch ein Netz von Kreuzungspunkten und Linien eingeteilt ist. Außerdem teilt eine farbige Grenze das Land in drei Bereiche ab. Am Rand befindet sich eine Zählleiste für die Siegpunkte der Spieler. Auf ihnen laufen die kleinen hölzernen Zählsteine entlang.
Auch die Türme, Häuser, Mauern und Paläste wurden aus Holz gefertigt. Es gibt fünf verschiedene Farben bei den Häusern und Palästen, drei andersfarbige Turmsorten und neutrale Mauern.
Passend zu den Turmfarben gibt es einen entsprechenden Würfel, auf dem die Türme in diesen Farben zu sehen sind. Die farbigen Häuser werden mit Hilfe der beiden anderen Spezialwürfel ins Spiel gebracht und gehören spieltechnisch gesehen niemandem.
Auf den Spielkarten sind die aktuellen Wertungsmöglichkeiten eines Spielers angegeben. Es gibt Karten, die werten innerhalb einer Stadt und Karten, die sich nur für die Umgebung einsetzen lassen.
Ziel: Die Spieler versuchen, durch geschicktes Plazieren und Werten möglichst weit vorne auf der Siegpunktleiste zu stehen.
Zu Beginn wird der Spielplan ausgelegt und das gesamte Material neben der Spielfläche sortiert. Ein Spieler mischt die Karten und gibt jedem sechs Karten auf die Hand. Dann wählen die Spieler ihre Zählsteine und stellen diese auf das erste Feld der Punktleiste.
Der aktive Spieler muß zunächst eine neue Mauer einsetzen. Diese kommt immer genau auf eine der unbesetzten Gitterlinien des Spielplans.
Anschließend wird mit allen drei Spezialwürfeln geworfen. Der Turmwürfel gibt vor, welche Farbe der nun zu setzende Turm haben muß. Der Turm wird immer auf ein freies Kreuzungsfeld des gerade gesetzten Mauerstücks gestellt. Wenn später die geworfene Turmfarbe nicht mehr existiert, darf man einen beliebigen anderen Turm verbauen.
Nun werden die beiden anderen Spezialwürfel ausgewertet. Die darauf abgebildeten Häuser muß der Spieler nun auf die angrenzenden Felder der gerade gesetzten Mauer verteilen. Sollte die Mauer nur an ein Feld angrenzen, weil sie am Rand der Spielfläche errichtet wurde, sucht sich der Spieler eine der beiden Farben aus und setzt das Haus entsprechend in das angrenzende Feld. Bei einem Jokersymbol darf man frei wählen, welche Farbe man einsetzen will. Auch hier gilt, daß eine nicht mehr im Vorrat vorhandene Farbe durch eine beliebige andere Farbe ersetzt werden darf.
Befinden sich in einer abgeschlossenen Stadt nach dem Einsetzen zwei gleichfarbige Häuser, müssen diese sofort gegen einen Palast der gleichen Farbe eingetauscht werden, sofern ein solcher noch im allgemeinen Vorrat vorhanden ist.
Wird ein Landschaftsfeld oder ein Gebiet durch eine Mauer komplett eingegrenzt, kommt es zu einer Wertung. Eine so geschlossene Stadt kann nicht mehr durch weitere Mauern geteilt werden. Alle Häuser innerhalb der Stadt werden nach Farben sortiert in der Stadt gruppiert.
Grenzt die gerade geschlossene Stadt unmittelbar an eine andere geschlossene Stadt, darf der aktive Spieler auf Wunsch beide Städte miteinander verbinden. Die trennenden Mauern werden dann weggenommen und kommen in den allgemeinen Vorrat zurück. Die Häuser beider Städte werden nun sofort nach Farben sortiert und ggf. kommen Paläste als Austausch für zwei farbige Häuser in die neue Stadt.
Bei der Wertung müssen alle Spieler eine oder zwei ihrer Wertungskarten verdeckt vor sich ablegen. Nachdem diese Karten ausgewertet wurden, bekommt man eine neue Handkarte nach. Alternativ darf ein Spieler auch eine Wertungskarte abwerfen, um zwei neue Karten nachziehen zu können. Am Ende der Auswertung darf derjenige, dessen Wertungsstein am weitesten hinten steht, noch beliebig viele Handkarten abwerfen und neue dafür nachziehen. Befinden sich mehrere Spieler auf dem letzten Platz, dürfen sie alle austauschen.
Spielende: Wird das letzte Haus, der letzte Turm, die letzte Mauer oder der letzte Palast verbaut, endet das Spiel. Eine gerade komplettierte Stadt wird noch gewertet. Ansonsten wählt jeder reihum eine Stadt aus und darf bis zu zwei Handkarten ausspielen, um sie dort zur Wertung zu bringen. Es gewinnt derjenige, der nun die meisten Siegpunkte besitzt.
Kommentar: „Mauerbauer“ besitzt ein gelungenes Aussehen, was vor allem an dem vielen Holzmaterial liegt. Ist das Spiel etwas fortgeschritten, macht das Spielfeld mit den Mauern, einzelnen Städten, den Häusern und den vielen Türmchen einen optisch sehr gelungenen Eindruck. Durch die vielen Farben leidet dabei allerdings die Übersicht etwas.
Besonders gelungen ist der Mix beim Einsetzen der Figuren. Während man bestimmen kann, wo eine Mauer plaziert wird und ggf. eine Wertung auslöst, muß man sich auf das Würfelglück beim Einsetzen der Türme und Häuser verlassen. Dies gleicht sich aber während des Spiels normalerweise aus und selbst wenn ungünstige Figuren eingesetzt werden müssen, kommen über kurz oder lang auch die favorisierte Spielfarbe bei Türmen und Häusern ins Spiel.
Die Wertungen hängen dagegen recht stark vom Kartenglück des Spielers ab. Gerade zu Beginn sind vor allem Wertungskarten, die sich auf Bereiche außerhalb der Städte beziehen, wertvoll und bringen verhältnismäßig viele Punkte. Je mehr Städte jedoch gebaut werden, desto schwieriger wird es, über diese Karten noch Punkte zu erzielen.
Das Werten selbst ist meistens auch ein zweiseitiges Schwert, denn die Mitspieler können genauso davon profitieren und machen unter Umständen sogar noch mehr Punkte als man selbst. Da ist es durchaus auch einmal ratsam, bei einer Wertung auf das Ausspielen von Karten zu verzichten, um dadurch eine Handkarte mehr zu erhalten und gleichzeitig eine schlechte Wertungskarte abwerfen zu können. Auch die Position auf der Wertungsleiste kann hier zum Vorteil führen, wenn ein Spieler als Letzter in der Lage ist, mehrere schlechte Handkarten ersetzen zu dürfen.
Einen dicken Wehrmutstropfen gibt es allerdings bei der Grafik zu bemängeln. Die Abgrenzung des Spielplans auf drei Hoheitsgebiete ist grafisch total mißlungen. Die dazu gewählte Farbe ist bei farbschwachen bzw. sehschwachen Spielern nicht mehr zu erkennen und die als Alibi gezeichneten kleinen Grenzsteine helfen da auch nicht wirklich weiter. Dies wird auch noch verstärkt, wenn Mauern auf diesen Linien stehen, wodurch dann auch Spieler ohne Handikap aufgeschmissen sind.
Fazit: Ein ordentliches Spiel, welches sich allerdings nur bedingt für farbenblinde/farbenschwache Spieler eignet.
Wertung: Mit soliden 4 Punkten ist diese Neuheit von Hans im Glück ganz ordentlich, auch wenn der letzte Kick fehlt.

Dieser Text und die Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Jegliche kommerzielle Nutzung ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt und wird strafrechtlich verfolgt!
(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de


Spielindex

Hauptseite