Spieletest für das Spiel: HÄNDLER DER KARIBIK
Hersteller: Österr. Spielemuseum      
Preis: 5 Euro
empf.Alter: 8-               
Anzahl Spieler: 2-4
Erscheinungsjahr: 2013      
noch erhältlich: Nein
Autor: Alexander Pfister
Besonderheit:
Veröffentlichung des Berichtes: Juni 2015
Kategorie: Kartenspiel
Bewertungsbild Händler der Karibik-Pressefoto

Ausstattung: 110 Karten
Aufmachung: Die Vorderseite der Karten zeigt entweder Schiffe, Personen, Expeditionen oder Steuererhebungen. Die Rückseite ist auf allen Karten gleich und hat eine Münze als Grafik.
Jedes Schiff hat eine von fünf Hintergrundfarben und zeigt eine bzw. mehrere Münzen als Beute. Im unteren Teil der Karte ist angegeben, wie stark ein Spieler mindestens sein muß, um das Schiff angreifen zu können.
Es gibt eine Vielzahl von Personenkarten. Jede Person kostet einen bestimmten Betrag und bringt am Ende eventuell Siegpunkte. Die Personen bieten eine vielfältige Anzahl von Fähigkeiten im Spiel.
Expeditionen sind wichtig, da sie für den Spielsieg zwingend notwendig sind. Jede Expedition verlangt bestimmte Personenkarten, damit man sie aufnehmen kann und bringt dafür zusätzliches Kapital.
Die letzte Kartenart sind die Steuererhebungen. Sie gelten beim Aufdecken für alle Spieler, die eine gewisse Geldsumme besitzen.
Ziel: Die Spieler müssen versuchen, eine Expedition auf die Beine zu stellen und insgesamt zehn Siegpunkte zu erzielen.
Am Anfang werden alle Karten gemischt und als Stapel bereitgelegt. Jeder erhält drei Karten, die er mit der Geldseite nach oben ablegt.
Der Zug eines Spielers ist in zwei Phasen eingeteilt. In der ersten Phase zieht man zunächst eine Karte und legt diese offen neben den Nachziehstapel in die Auslage. Bei einer Person passiert nichts weiter. Ein Schiff kann man als Geldquelle liegen lassen oder direkt bekämpfen, wenn man genügend Kampfsymbole auf eigenen ausliegenden Karten vorweisen kann. Eine Expeditionskarte kommt beiseite und wird sofort aktiviert. Von nun an kann jeder Spieler in seinem Zug versuchen, diese Karte zu erfüllen. Bei einer Steuererhebung überprüfen alle die Anzahl ihrer Geldkarten. Wer das Limit überschritten hat, muß die Hälfte seines Geldes abgeben.
Das Kartenaufdecken wird so lange wiederholt, bis der Spieler freiwillig paßt oder eine zweite gleichfarbige Schiffskarte erscheint, welche durch den Spieler nicht abgewehrt werden kann. In diesem Fall kommt die Auslage auf den Ablagestapel und der Spielzug ist beendet.
Hat der Spieler freiwillig aufgehört, darf er die zweite Phase seines Spielzugs einleiten. Die Anzahl an verschiedenfarbigen Schiffskarten gibt nach einem gewissen Schema an, wie viele Karten der aktive Spieler aus der Auslage maximal nehmen darf.
Nimmt man ein Schiff, legt man es sofort auf den Ablagestapel und erhält die auf der Karte angegebene Menge an Münzkarten. Bei einer Person muß man dagegen die entsprechende Menge an Münzkarten bezahlen, darf dann diese Person vor sich ablegen und deren Eigenschaft von nun an nutzen. Wenn der Spieler fertig ist, dürfen reihum auch die Mitspieler aus der Auslage eine Karte nehmen. Dies kostet jedoch eine Münze, die an den aktiven Spieler gezahlt werden muß.
Am Ende des Spielzugs wird die Restauslage abgeworfen. Kann der aktive Spieler eine ausliegende Expedition ausstatten, nimmt er sich die Karte und wirft die dafür benötigten Personen ab.
Spielende: Sobald man eine Expedition erfüllt hat und zehn Siegpunkte besitzt, endet das Spiel.
Kommentar: „Händler der Karibik“ ist ein pfiffiges kleines Kartenspiel, welches in kleiner Auflage vom Österreichischen Spielemuseum präsentiert wurde und später eine Neuauflage als „Port Royal“ mit leicht veränderten Regeln bekommen hat.
Das Aufdecken der Karten ist immer spannend. Als aktiver Spieler hofft man auf verschiedenfarbige Schiffe, um möglichst mehr als eine Karte erwerben zu können. Schiffe mit viel Geld an Bord sind lukrativ, genauso wie viele Personen sehr begehrt sind. Daher sollte man immer gut abwägen, was man selbst mitnimmt und was die anderen kriegen können. Oder man spart beim Aufdecken der Karten, um den Mitspielern keine Karten zu gönnen.
Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch. Die Expeditionskarten und der Zwang, diese mindestens einmal erfüllen zu müssen, trüben den Spielspaß schon manchmal. Gerade wenn diese Karten nicht schnell auftauchen oder oft als Geldkarten fungieren, hat meistens derjenige gewonnen, der die erste verfügbare Expedition für sich gewinnen konnte.
Das Spiel funktioniert in jeder Besetzung gleich gut. Grafisch ist das Spiel ganz ordentlich und auch bei der Anleitung gibt es nichts zu bemängeln.
Fazit: Ein tolles Kartenspiel mit kleinen Macken.
Wertung: Mit guten 4 Punkten weiß „Händler der Karibik“ zu überzeugen.

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(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de


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