Spieletest für das Spiel: FREIBEUTER DER KARIBIK
Hersteller: Public Solution           
Preis: 40 Euro
empf.Alter: 10-              
Anzahl Spieler: 1-4
Erscheinungsjahr: 2008      
noch erhältlich: Nein
Autor: Alexander Pfister
Besonderheit:
Veröffentlichung des Berichtes: August 2011
Kategorie: Das besondere Spiel
Bewertungsbild Freibeuter der Karibik-Pressefoto

Ausstattung: 1 Spielplan, 1 Schablone, 1 Speicherkarte, 4 Spielertableaus, 4 Schiffe, 40 Münzen, 40 Plättchen
Aufmachung: Der Spielplan zeigt einige Inseln, die jeweils einen Hafen haben. Jeder Hafen bietet die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Waren einzuladen. Es gibt insgesamt vier verschiedene Sorten für den Handel. Bei einigen Orten kann man zudem Häuser, Segel, Kanonen, neue Besatzung oder Lagerräume kaufen. Außerdem gibt es eine Warenleiste, die beim Verkauf eine Rolle spielt.
Die Schablone kommt auf die Spielkonsole und zeigt so, welche Knöpfe welche Aktionen im Spiel hervorrufen. Die Software zur Verwaltung wird auf der Speicherkarte mitgeliefert.
Jeder Spieler hat ein Spielertableau. Auf diesem werden seine Errungenschaften für das Schiff abgelegt.
Die Schiffe sind aus Kunststoff. In ihrem Fuß werden die Yvio-Spielsteine untergebracht, mit denen die Konsole erkennt, wo welcher Spieler gerade ist.
Die Münzen sind wie die Plättchen aus dünner Pappe und recht klein geraten. Bei den Plättchen gibt es jeweils einige Häuser, Segel, Kanonen, Besatzungen und Lagerräume. Diese sind mit Ziffern versehen und zeigen, wie wertvoll das jeweilige Objekt ist.
Ziel: Die Spieler versuchen, als Händler und Pirat zuerst eine gewisse Anzahl an Siegpunkten zu erzielen.
Jeder beginnt mit einem Schiff und nimmt sich das passende Tableau dazu. Dann wird die Konsole eingeschaltet und man meldet sich beim Gerät an. Dieses sagt dann auch, welche Ausrüstungsgegenstände sich in welchem Hafen befinden und wo die Spieler ihren Segeltörn beginnen.
Ist man am Zug, wird man in bestimmten Häfen gefragt, ob man den dortigen Ausrüstungsgegenstand erwerben will. Dies erfordert allerdings eine gewisse Grundmenge an Geld. Es gibt die Möglichkeit, mit dem Händler zu feilschen, wobei seine Bereitschaft, im Preis runterzugehen, abhängig davon ist, wie lange er schon nichts mehr verkauft hat.
Ein gekaufter Ausrüstungsgegenstand wird an entsprechender Stelle auf dem eigenen Tableau abgelegt. Von den meisten Gegenständen kann man maximal drei Stück erwerben. Eine Ausnahme bilden dabei die Häuser.
Nach dem Handel kann ein Spieler sein Schiff mit einer Ware beladen. Schließlich wählt man einen Zielhafen, der natürlich die gewählte Ware nicht selbst im Repertoire haben sollte. Am Zielhafen gibt es dann Geld für die Güter. Der Erlös richtet sich nach der Wegstrecke, nach der Ware selbst und der letzten Anlieferung im Hafen.
Zwischendurch trifft man immer wieder einmal auf Piraten oder eine Schatzflotte. Dann wird man gefragt, ob man kämpfen oder fliehen will. Die vermeintliche Stärke des Gegenübers wird über die Konsole angezeigt. Beim Fliehen sind die eigenen Segel von Bedeutung. Kämpft man, muß man sich aussuchen, ob man ein Kanonenduell bevorzugt oder das Schiff mit seiner Besatzung entert. Für erfolgreiche Versuche gibt es Prestige und ab einer gewissen Menge davon wird man befördert, was einmalige Geldzahlungen zur Folge hat.
Irgendwann werden Piraten einige Häfen belagern und erobern. Hier müssen die Spieler versuchen, die Unholde früh zu bekämpfen, weil man ansonsten in den Orten keine guten Geschäfte mehr machen kann.
Siegpunkte gibt es nur für gekaufte Ausrüstungsgegenstände und Häuser.
Spielende: Wer als erstes die vorher vereinbarte Anzahl an Siegpunkten gesammelt hat, gewinnt die Partie. Alle verlieren dagegen, wenn es den Piraten gelingt, eine festgelegte Anzahl an Häfen einzunehmen.
Kommentar: „Freibeuter der Karibik“ ist das beste und unterhaltsamste Spiel für die Yvio-Konsole, deren Herstellung leider mittlerweile eingestellt wurde. Es hat den Spagat zwischen Brettspiel und elektronischer Verwaltungseinheit fast perfekt geschafft.
Das Spiel funktioniert in jeder Besetzung. Dabei hat auch das Solo-Spiel einen gewissen Reiz, da man hier versuchen muß, möglichst viele Siegpunkte zu holen, bevor die Piraten die Häfen dicht machen. Die Entscheidungen, die man fällen muß, sind zwar recht banal, aber das Spiel kommt bei der Zielgruppe trotzdem gut an.
Kleine Macken sind aber leider nicht vermeidbar gewesen. So hat die Software einen Fehler und verrechnet sich manchmal zu Gunsten der Spieler, wenn es um Geld geht. Die Anzeigen über die Schiffs-Stärke der Gegner ist recht ungenau und gerade die größeren Schiffe lassen sich nachher kaum noch bezwingen. Der Hersteller hatte aber ein Update der Software auf seiner Seite angeboten.
Ärgerlich sind auch die sehr klein geratenen Münzen und Ausrüstungsgegenstände, die man nur schwer vom Spielplan und dem Tableau hochheben kann. Leider kann man ein Spiel auch nicht speichern, um es später weiter zu spielen. Geht einem während der Partie der Saft aus, stehen alle Spieler dumm da.
Trotz dieser negativen Aspekte hat das Spiel einen hohen Aufforderungscharakter und die guten Sprecher helfen bei der Atmosphäre ungemein.
Fazit: Ein schönes Segelspiel, bei dem alle gegen das System und die Mitspieler vorgehen müssen.
Wertung: Mit 5 Punkten ist „Freibeuter der Karibik“ das Flaggschiff der Yvio gewesen.

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(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de



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