Spieletest für das Spiel: EROSION
Hersteller: Sierra Madre Games        
Preis: 12 Euro
empf.Alter: 10-              
Anzahl Spieler: 2-5
Erscheinungsjahr: 2009     
 noch erhältlich: Nein
Autor: John Douglass
Besonderheit:
Veröffentlichung des Berichtes: Januar 2015
Kategorie: Kartenspiel
Bewertungsbild Erosion-Pressefoto

Ausstattung: 6 Ablagekarten, 90 Spielkarten
Aufmachung: Jeweils zwei Ablagekarten gehören zu einer der drei Spielkarten-Sorten. Sie geben an, um welchen Kartenstapel es sich bei den darüber liegenden Karten handelt und liegen dabei mit den kurzen Seiten aneinander. Wenn der passende Kartenstapel quer darauf gelegt wird, ist je nach Ausrichtung der Ablagekarten zu sehen, wie viele Karten von diesem Stapel in einem Durchgang nachgezogen werden dürfen. Die Zahl verändert sich, wenn man eine der Ablagekarten dreht.
Die Spielkarten lassen sich in drei Kategorien einteilen. Alle Karten sind zweigeteilt und zeigen im oberen Teil eine Gesteinsschicht, teilweise mit Anweisungen und teilweise auch mit Fossilien versehen. Im unteren Teil ist ein Erosionsprozess mit einem Kennbuchstaben zu finden. An einigen Karten gibt es zudem noch Höhenangaben.
Ziel: Jeder Spieler versucht, seinen Berg mit verwittertem Gestein und Fossilien zu behalten und gleichzeitig wertvolles Gestein von anderen Bergen auszuschwemmen und einzusammeln.
Am Anfang legt man die Ablagekarten als Paare so zusammen, daß die Bezeichnung „1 Draw“ auf beiden Karten außen liegt und später nicht durch den Kartenstapel verdeckt wird. Die Karten werden nach ihren Sorten sortiert und getrennt gemischt, bevor man sie auf die Ablagekarten legt.
Jeder Spieler zeiht sechs fest vorgegebene Karten aus der Tischmitte. Diese mischt man und legt sie offen und versetzt übereinander, wobei die Gesteinsschichten sichtbar bleiben sollen. Die oberste Karte wird dann seitlich etwas versetzt verschoben, um anzugeben, daß dieses Gestein des Berges bereits verwittert ist. Jede Karte in einem Berg entspricht dabei einer 500m-Schicht. Zum Abschluß der Vorbereitungen bekommt jeder noch weitere sechs Karten auf die Hand.
Der aktive Spieler muß sich in seinem Spielzug für eine von drei Möglichkeiten entscheiden.
Die erste Alternative ist es, einen Erosionsprozess in Gang zu setzen. Dazu spielt man eine Handkarte mit dem Kürzel „WX“ aus und legt diese auf seinen persönlichen Ablagestapel. Man darf nur eine Karte spielen, mit der eine Verwitterung bei irgendeinem Berg auch möglich wird. Alle Gesteinsarten, die auf der Karte angegeben sind, können an diesem Berg verwittern. Man beginnt oben am Berg und sucht in den Schichten nach unten die erste Karte, die noch nicht verwittert ist, Wenn diese Gesteinsart auf der ausgespielten Verwitterungskarte steht, zerfällt das Gestein im Berg und wird etwas seitlich verschoben. Sobald man auf eine Gesteinssorte trifft, die nicht über die Karte verwittert werden kann, endet der Effekt. Einige Sonderkarten verwittern immer die obersten nicht verwitterten Schichten, unabhängig von ihrer Beschaffenheit. Dabei können die Effekte aber nur bei Bergen mit bestimmten Höhengrenzen auftreten. Sollte die letzte Karte eines Berges verwittern, dreht man diesen um 45 Grad, um dies anzuzeigen.
Als Belohnung für das Verwittern darf der aktive Spieler pro verschobener Gesteinsschicht eine Karte von einem der Nachziehstapel aufnehmen. Die Ablagekarten geben dabei die Limits vor, wie viele Karten maximal vom jeweiligen Stapel hochgenommen werden dürfen. Am Ende darf der Spieler nur sechs Handkarten haben und muß überzählige Karten unten an seinem Berg anlegen.
Wird eine Verwitterungskarte mit dem Buchstaben „H“ gespielt, kann der Spieler bereits verwittertes Gestein von einem Berg abtragen. Auch hier ist manchmal die Höhe eines Berges entscheidend. Die abgetragenen Karten werden von oben entfernt und offen in eine zentrale Auslage gelegt. Diese Auslage soll einen Fluß symbolisieren. Auch hier darf für jede abgetragene Karte eine neue Handkarte aufgenommen werden. Die Beschränkungen gelten auch hier und so kann der eigene Berg auch bei dieser Aktion anwachsen, wenn man zu viele Handkarten besitzt.
Der letzte Erosionsprozess wird mit einer ausgespielten „F“-Karte durchgeführt. Dabei muß die Anweisung der Karte erfüllt werden, damit man sich aus dem Fluß bedienen darf und entsprechende Karten erhält. Diese werden verdeckt beim Spieler gesammelt.
Möchte ein Spieler keine Karte spielen, kann er seine Kartenhand verändern. Er füllt seine Hand entweder auf sechs Karten auf oder wirft alle Handkarten ab, bevor er neue aufnimmt.
Die letzte Spielmöglichkeit besteht im Passen.
Eine Ära ist zu Ende, wenn alle Spieler nacheinander passen oder wenn ein Spieler zweimal paßt, sobald ein Nachziehstapel leer ist. Je nach Anzahl der Spieler benötigt man eine oder zwei Zeitalter, um zur Endwertung zu kommen.
Nach jeder Ära gibt es Punkte für jedes nicht verwitterte Gestein im eigenen Berg, für jede verdeckte Karte aus dem Fluß und für Verwitterungen mit Fossilien am eigenen Berg.
Spielende: Wer nach der Auswertung die meisten Punkte besitzt, gewinnt die Partie.
Kommentar: Im erweiterten Spiel haben die Anweisungen auf den Gesteinen eine Bedeutung, wenn man den Berg anhebt bzw. so lange die Karte nicht verwittert ist. Sollten Karten von atmosphärischen Veränderungen sprechen, werden einige Ablagekarten gedreht und verändern dadurch das Nachzieh-Limit des jeweiligen Kartenstapels.
Im Kern ist „Erosion“ ein recht einfach gehaltenes Kartenspiel, bei dem man seinen Berg wachsen läßt und andererseits versucht, möglichst viele Gesteinsschichten aus dem Fluß zu holen. Das alles funktioniert nach einigen Partien auch wunderbar und zügig.
Leider ist das Design der Karten jedoch nicht besonders geglückt. Die Texte auf den Karten lassen sich nicht gerade leicht lesen und sind zwischen den beiden für das Spiel wichtigen Bereichen meist noch mit belanglosem Infotext versehen. Dazu kommt eine recht wissenschaftliche Sprache, die auf Englisch für normale Spieler ohne Fachwissen gerade am Anfang recht schwer verständlich ist. Das alles hemmt den Spielfluß schon enorm.
Andererseits ist das Spiel durchaus sehr thematisch durch diese Texte und man hat wirklich das Gefühl, einen Berg abzutragen und die Sedimente einzusammeln.
Das Spiel funktioniert zwar in jeder Besetzung, hat aber die beste Balance zwischen Unwägbarkeiten und Planung bei drei Personen.
Fazit: Thematisch schön, aber durch die wissenschaftlichen Textbausteine auch recht trocken.
Wertung: Mehr als 3 Punkte konnten wir dem Spiel nicht geben, denn es überzeugte uns auf der spielerischen Seite nach einigen Partien dann doch nicht vollkommen.

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(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de


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