Spieletest für das Spiel: DIE PRINZEN VON MACHU PICCHU
Hersteller: PD Verlag/Heidelberger    
Preis: 35 Euro
empf.Alter: 12-              
Anzahl Spieler: 2-5
Erscheinungsjahr: 2008      
noch erhältlich: Ja
Autor: Mac Gerdts
Besonderheit:
Veröffentlichung des Berichtes: Dezember 2008
Kategorie: Taktisches Denkspiel
Bewertungsbild Die Prinzen von Machu Picchu-Pressefoto

Für die Zusendung eines Rezensionsexemplars danken wir der Firma Heidelberger recht herzlich!

Ausstattung: 1 Spielplan, 1 Zeitmarker, 8 Opfersteine, 122 Waren, 60 Inkas, 10 Spielfiguren, 28 Opferkarten, 64 Maismarker, 15 Priester/Jungfrauen-Plättchen, 5 Spielhilfen, 1 Sonnenscheibe, 7 Mondmarker, 1 Almanach
Aufmachung: Der Spielplan zeigt eine schematische Darstellung der Inka-Stadt mit verschiedenen Stadtvierteln. Am Rand der Stadt befinden sich Ablageflächen für die Priester und Jungfrauen. Außerdem gibt es eine Laufleiste, die einen Inkapfad darstellen soll und eine Zeitleiste, auf der die noch verbliebene Anzahl an Spielrunden dargelegt wird. Zudem gibt es einen Markt, auf dem Waren ge- und verkauft werden können. Auf der Zeitleiste wird ein kleiner Holzquader als Marker entlang geschoben.
Die Opfersteine fungieren als Anzeiger für die vier verschiedenen Tempel im Spiel. Jeder Tempel kann dabei bis zu zwei Opfersteine aufnehmen.
Es gibt vier unterschiedliche Warensorten aus Holz, die Lamas, Coca, Keramik und Tuch darstellen sollen und recht ordentlich aussehen. Die fünfte Warensorte sind Maisplättchen aus Pappe, die einen oder drei Maiskolben aufgedruckt haben.
Jeder Spieler besitzt zwei Spielfiguren zum Ziehen in der Stadt bzw. auf dem Inkapfad. Zusätzlich kann man noch bis zu zehn Inkas, welche durch kleine Holzscheiben in Spielerfarben symbolisiert werden, in der Stadt einsetzen, um Erträge zu erwirtschaften.
Die Priester-Plättchen können während des Spiels eingesammelt werden, wenn man die Kosten der entsprechenden Karte bezahlt. Mit ihrer Hilfe kann man dann opfern, um an die Opferkarten zu kommen. Je nach Art der Priester bzw. der Jungfrauen müssen unterschiedliche Rohstoffe bezahlt werden.
Opferkarten zeigen jeweils zwei Symbole und zusätzlich noch eine gewisse Menge an Gold. Dies ist bei der Schlussabrechnung wichtig.
Auf den Spielhilfen stehen die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten, die die Spieler in den unterschiedlichen Gebieten haben. Die Sonnen- und die Mondscheiben werden für das Ende einer Spielrunde gebraucht. Auf den Mondscheiben stehen diverse Boni, die der Besitzer am Ende einer Runde erhält.
Ziel: Jeder Spieler versucht, möglichst viele Siegpunkte bei Spielende erzielt zu haben.
Zu Beginn der Partie kommt der Spielplan in die Tischmitte. Jedes Produktionsgebiet wird mit einer passenden Ware ausgestattet. Einige Waren werden zusätzlich auf die Marktfelder gelegt. Alle Priester und Jungfrauen kommen auf die vorgegebenen Plätze am Rand des Spielplans.
Jeder Spieler nimmt sich die Figuren und Inkas einer Farbe. Außerdem gibt es einige Rohstoffe und eine Opferkarte als Startkapital. Der Startspieler darf zuerst eine seiner Spielfiguren auf das erste Feld des Inkapfades setzen, die anderen folgen reihum und platzieren ihre Figuren jeweils ein Feld weiter in Richtung Gipfel. Schließlich setzt jeder einen seiner Inkas in ein beliebiges Produktionsgebiet und danach seine jeweils zweite Spielfigur auf ein beliebiges Feld der Stadt.
Ein Spieler kann in seinem Spielzug entweder seine Spielfigur in ein angrenzendes Gebiet ziehen, ein Lama abgeben und die Figur beliebig versetzen oder passen und sich dafür eine Mondscheibe vom Plan nehmen.
Geht ein Spieler in ein Produktionsgebiet, bekommt er den dort liegenden Rohstoff kostenlos in seinen Vorrat. Danach dürfen alle Spieler, die Inkas auf dem Feld stehen haben, diese produzieren lassen. Eine Maisplantage bringt automatisch drei Mais ein, alle anderen Rohstoff-Sorten werden nur produziert, wenn der Spieler pro arbeitenden Inka Mais abgibt. Wurde die Produktion bereits einmal in der laufenden Spielrunde gewählt, kann sie nicht erneut durchgeführt werden.
In einem Tempel kann man opfern. Der aktive Spieler entfernt zunächst alle Opfersteine vom Feld und darf dafür mit seiner Figur auf der Inka-Leiste einige Felder vorwärts ziehen. Danach können die Spieler opfern, die entsprechende Priester haben und ihnen Lamas für das Ritual zur Verfügung stellen. Durch die Opferung wandern die Figuren auf dem Inka-Pfad weiter nach oben. Die Anzahl der Schritte variiert dabei, je nach der Zahl der insgesamt beteiligten Priester bzw. Jungfrauen. Im Haupttempel dürfen alle Waren geopfert werden, sie bringen aber bei weitem nicht so viele Schritte ein wie in den speziellen Tempeln. Befindet sich in einem Tempel kein Opferstein mehr, kann niemand dort in dieser Spielrunde mehr eine Opfergabe bringen.
Im Königspalast und in der Hütte des Wächters darf man neue Inkas in Produktionsgebiete einsetzen. Diese kosten einige Rohstoffe, die man in die Bank bezahlt. Im Haus der Priester oder im Haus der Jungfrauen kann man dagegen eine entsprechende Person anwerben, wenn man die passenden Rohstoffe abgibt. Alle diese Orte können mehrfach in einer Spielrunde betreten und aktiviert werden.
Auf dem Marktplatz kann man Rohstoffe kaufen und verkaufen. Bevor man damit beginnt, darf man den Wert einer Ware dabei noch verändern. Die Währung sind dabei die Maispflanzen.
Stellt sich ein Spieler auf das Sonnenuhr-Feld, nimmt er einen seiner Inkas vom Spielplan und plaziert diesen dort. Am Ende des Tages wird dieser Inka dann ausgewertet.
Über Opferungen gelangen die Figuren auf dem Inka-Pfad weiter. Erreichen oder überschreiten die Figuren dabei bestimmte Felder, gibt es einen Bonus von Rohstoffen bzw. drei Opferkarten, aus denen man sich eine aussuchen darf und behalten kann. Es ist erlaubt, auch in vorherigen Runden angesammelte Opferkarten abzuwerfen.
Sobald drei Mondscheiben aufgenommen wurden, rückt das Ende einer Spielrunde näher. Der Spieler, der dieses Ereignis auslöst, nimmt sich zusätzlich noch die Sonnenscheibe. Alle anderen Spieler haben nun noch einen Spielzug zur Verfügung. Der letzte Spieler bekommt einen Mais als Bonus und die Nacht bricht über die Stadt herein.
In der Nacht geben alle Spieler ihre Mondscheiben zurück und erhalten dafür Rohstoffe oder können mit ihrer Figur auf dem Inka-Pfad weitere Felder ziehen. Alle Inkas, die auf dem Sonnenuhr-Feld stehen, kommen zurück zu ihren Besitzern, die sich dafür drei beliebige verschiedene Waren und einige Schritte auf dem Inkapfad holen dürfen. Danach werden auf jeden Tempel wieder Tempelsteine und auf jedes Produktionsfeld neue Waren gelegt. Der Zeitmarker geht um eine Position weiter und der Besitzer der Sonnenscheibe wird der nächste Startspieler.
In der letzten Runde gibt es keine Nacht mehr. Hier werden Boni durch Mondscheiben und die Sonnenuhr direkt ausgezahlt.
Nach dem neunten Tag endet die Partie automatisch. Man kann das Spiel vorher beenden, wenn alle Priester und Jungfrauen im Spiel von den Mitspielern angeworben wurden oder der Stapel der Opferkarten leer ist. Nun kommt es zur Abrechnung.
Dabei schaut man sich die Symbole der einzelnen Karten an und addiert gleichartige Symbole miteinander. Entsprechend der Anzahl an Symbolen ist jeder Inka auf dem gleichartigen Produktionsfeld diese Anzahl von Siegpunkten wert. Gleiches gilt für Priestersymbole, wobei hier als Grundlage die eigene Anzahl der passenden Priester zu Grunde gelegt wird.
Wurde das Spiel durch die Zeit beendet, ermittelt man dann noch, wer anhand seiner Opferkarten die größte Menge Gold angesammelt hat. Der Sieger erhält diesen Wert dreifach in Siegpunkten, der Zweitplazierte bekommt immerhin noch die doppelte Punktzahl und der dritte die einfache Punktzahl dazu. Endet das Spiel jedoch wegen der Priester bzw. der Opferkarten, wird auf die Goldberechnung verzichtet.
Spielende: Der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt die Partie.
Kommentar: Anfangs ist das Spiel ein wenig verwirrend, weil man etwas Zeit benötigt, um die Verzahnungen zwischen Rohstoffen und dem Zusammenspiel von eigenen Inkas und Priestern zu erkennen. Je früher man unter Zuhilfenahme von Priestern Opferungen durchführt, desto weiter kommt man auf der Inka-Leiste vorwärts. Die Opferkarten sind wichtig, weil sie einzig über den Sieg entscheiden. Daher darf man diese Leiste eigentlich nicht aus den Augen verlieren. Trotzdem benötigt man auch viele Inkas, um Rohstoffe zu erhalten und die Voraussetzungen für hohe Punktwerte zu schaffen.
Gerade im späteren Spiel lohnt es sich durchaus, auch Inkas wieder über die Sonnenuhr zu entfernen, da man hier die Figuren zum Einsetzen in der Folgerunde wieder zurück bekommt und zusätzlich noch Rohstoffe und Bonusbewegungen erhält. Da alle Produktionsstätten nur einmal in jeder Spielrunde aktiv etwas leisten können, ist die Nutzung an der richtigen Stelle sehr wichtig. Es hilft ja nichts, wenn man drei Töpfer besitzt, aber keine Nahrung hat, damit diese sich überhaupt an die Arbeit machen. Kleine Ärgermöglichkeiten bieten sich hier für die Mitspieler an.
Bestimmte Felder sind etwas abseits gelegen. Hier sollte man sich überlegen, ob der Nutzen des Feldes den Aufwand lohnt und man seine Spielfigur nicht zu sehr ins Abseits drängt und mehrere Spielzüge braucht, um wieder in lohnenswertere Gefilde zu kommen.
Die Grafik des Spielplans ist leider sehr hässlich und unübersichtlich geworden. Man muss schon genauer schauen, um zu erkennen, welche Felder mit welchen anderen Feldern benachbart sind, weil die Felder alle unterschiedliche Formen und Größen haben. Das restliche Material und die gut geschriebene Spielanleitung wiegen dies aber zumindest teilweise wieder auf.
Das Spiel ist mit einer Spieldauer von ca. 2 Stunden sicherlich nicht mal eben so herunterzuspielen und bedarf immer etwas Planung. Bei Grüblern am Tisch kann die Spielzeit deutlich nach oben abweichen. Das Spiel funktioniert in jeder Besetzung, wobei allerdings bei mehr Spielern die Bewegungen auf dem Spielplan stärker eingeschränkt werden und man eher auf die aktuelle Situation reagieren muss und langfristige Planungen nicht unbedingt möglich sind.
Fazit: Ein ordentliches taktisches Denkspiel mit Abstrichen bei der Grafik.
Wertung: Mit 4 Punkten konnte das neue PD-Spiel nicht ganz die Erwartungen erfüllen, die man nach dem Vorgänger „Hamburgum“ gehabt hat.

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(c) Claudia Schlee & Andreas Keirat, www.spielphase.de


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