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Zum zweiten mal, nach dem Erfolg im letzten Jahr, fand am 23.März 2oo3 in Berlin das Autorentreffen 'East of Göttingen' statt. Günter Cornett und Andrea Meyer hatten zu diesem Präsentations- und Gedankenaustausch-Termin geladen und 13 Autoren mit ihren Spieleneuentwicklungen waren gekommen, um diese Chance zu nutzen. In den Räumen des Uniplay e.V. war wieder ein Saal zur Verfügung gestellt, an dem die Autoren in gemütlicher Umgebung ihr Schaffen präsentieren und sich neue Ideen holen konnten.

Spielautoren fast unter sich - so könnte man dieses Treffen auch umschreiben. Wenig Zuschauer hatten den Weg in das Jugenfreizeitheim im Heckerdamm gefunden. Liegt es evlt. noch daran, daß die Kunst, ein Spiel zu erfinden, noch gar nicht als solche gesehen wird? Bilder malen, Lieder komponieren, Bücher schreiben, all das ist Kunst. Aber ein Spiel zu erfinden, damit erwachsene Menschen spielen können, wobei Spielen doch wirklich nur was für Kinder ist... Nein, das kann wohl keine Kunst sein. Daher verwundert es nicht wirklich, daß das Interesse des Publikums eher gering war. Die Ideen, die die Autoren unter einander mit den wenigen fachkundigen Zuschauern getauscht haben, waren es sicher wert, den Weg nach Berlin gegangen zu sein.

Jeder Autor hatte 1-3 Spiele dabei, wobei das Augenmerk meist auf dem aktuellen Prototypen lag. Wollte man sich alles anschauen, hätte man wohl auf das Spielen verzichten müssen und sich nur alles ansehen und erklären lassen müssen. Aber in mir steckt auch immer wieder der Spieler, so daß ich am Ende doch nicht alle Spiele gesehen hatte, aber dafür einige gespielt.

Die Veranstalter und Uniplay e.V. hatten unter anderem dafür gesorgt, daß alle Autoren sich 1x kurz vorstellen und einen kleinen Einblick in ihre Spiele geben. So sah' der geneigte Zuschauer gleich, welche Spielideen ihm an interessantesten erschienen und wo er einen näheren Blick drauf werfen wollte.

Was war zu sehen?

Patrick Pohl
Ein Renn-Würfelspiel, dessen Ziel es ist, als erster die Mitte der konzentrischen Kreisbahnen zu erreichen. Hierbei hat jeder Spieler eigene Übergänge zum nächst kleineren Ring, so daß es keine einfache Verfolgung ist. Mit 9 Steinen wird gestartet, aber nur 3 versprechen den Sieg, wenn sie in die Mitte kommen - die 6 anderen versuchen den 3en den Weg zu ebnen und den Gegner zu behindern.
Booster

Thorsten Gimmler
Chicago 1930 - die Spiele fahren mit ihren Fahrzeugen durch die Stadt und setzen an diversen punkteverdächtigen Gebäuden ihre Bandenmitglieder aus. Dabei Mehrheiten zu durchbrechen ist einfacher, als man glaubt, so daß sich niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen kann.
Gangster

Günter Cornett
Als Gemeinschaftsprojekt wird gerade die Idee von abtauchenden Eisschollen aus einem zusammenhängenden Gebiet entwickelt. Hier gilt es über das Eis zu laufen und die Brücken hinter sich abzubrechen, um sich selber so den größten Kuchen des Eises zu sichern.
~Treibeis~

Harmut Kommerell
Die 2 Spieler versuchen aus einer gemeinsamen Auslage von Gangstern möglichst viele zu verhaften. Hierbei können durch Folgeverhaftungen nach interessanten Regeln manchmal mehr Ganoven gefasst werden, als man glaubt. Werden dann noch die 6 Sonderaktionen passend genutzt, steigt man sicher recht bald zum Polizei-Hauptmann auf.
Die Hintermänner

Andrea Meyer
In diesem Deduktionsspiel geht es darum, zu erraten, welche Arbeiter bei ihrer ersten Anstellung der jeweiligen Mitspieler schwarz beschäftigt wurden und welche eine weise Weste haben. Aus zu vielen einzelnen Informationen versucht man von hinten durch die Brust ins Auge möglichst die Arbeiter bei mir schwarz einzustellen, die das bei den Mitspielern auch schon gemacht haben. Diese zählen 3x mehr, als ehrliche Arbeiter.
Schwarzarbeit

Jan Zander
Das königliche Liebespaar wurde getrennt und in einem Labyrinth ausgesetzt. Die Spieler versuchen durch geschicktes Drehen der Wegeteile den Weg für die Liebenden so zu verändern, daß das eigene Liebespaar sich zuerst wieder in den Armen hat.
Labyrinth der Liebenden

Hartmut Kommerell
Wir bauen Kapellen, Kirchen und Abteien in einem sehr gläubigen Land. Grenzen trennen uns zwar von unseren Nachbarn, doch sind die Beziehungen untereinander oft sehr gut und nur durch gegenseitige Besuche, werden erst die unterschiedlichsten Aktionen ermöglicht.
Die Missionare

Holger Marckwardt
Gemeinsam bauen die Spieler eine Stadt in der Wüste auf. Die Baumaterialien werden mit Kamelen zu den Baustellen transportiert und die Kamele auf interessante und glücksminimierte Weise durch Würfel bewegt. Wichig an Gebäuden sind die punktebringenden Nachbargebäude und Brunnen.
~Wüstenbauten~

Friedemann Friese
Die Mitspieler stellen Arbeiter ein, die für sie arbeiten. Hierbei ist Schwarzarbeit oft genau im Sinne der Autoren. Denn während normale Beschäftigte 1 Punkt zählen, gibt es für richtige Schwarzarbeiter deren 3. Informationen geben die Mitspieler nur Stück für Stück preis. Wer schafft es, hier richtig zu kombinieren und möglichst viele vorbelastete Schwarzarbeiter schwarz zu beschäftigen?
Schwarzarbeit

Thomas Odenhoven
Marktstände müssen beliefert und bevorratet werden, um immer genug Nachschub zu haben. Dazu gilt es Waren günstig zu kaufen und teurer zu verkaufen, wobei unterschiedliche Lagerstätten vorhanden sind und nicht jeder die gleiche Lagerkombination hat, da diese zu Anfang zusammengekauft wird. Auch können nicht alle Waren gemeinsam gelagert werden, denn Zitronen brauchen nun mal andere Lagerbedingungen als Orangen.
Mercator

Michael Uhlemann
In einem Hochregallager schieben die Spieler Kisten hin und her, um den Kundenwünschen gerecht zu werden und die geforderten Kisten beisammen zu haben. Mal werden auch Kisten gezogen und mal fallen sie einfach Etage für Etage nach unten und arangieren sich a la Tetris in neuen Nachbarschaften.
Uhlemanns Lager

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© Carsten Wesel am 25.03.2003 für www.fairspielt.de. Email: Carsten Wesel oder der Webmaster.