Graphgrammatiken und Graphersetzungssysteme(written in german) A. Schuerr, B. Westfechtel Das vorliegende Skript ist die Ausarbeitung einer zweistuendigen Vorlesung gleichen Namens, die im WS 91/92 an der RWTH Aachen gehalten wurde. Das Ziel dieser Vorlesung bestand darin, Studenten im Hauptstudium einen Eindruck davon zu vermitteln, o was Graphersetzungssysteme bzw. Graphgrammatiken sind, o wofuer man sie in der Praxis verwenden kann o und welche theoretischen Konzepte ihnen zugrunde liegen. Diesen Anspruch einzuloesen, hat sich als nicht ganz einfach erwiesen. Denn das Gebiet der Graphgrammatiken ist bereits ueber 20 Jahre alt und hat inzwischen eine Fuelle von Arbeiten hervorgebracht. Dennoch existiert bislang noch kein einheitlicher Rahmen, in den sich alle wichtigen Arbeiten einordnen lassen. So gibt es verschiedene Familien von Graphgrammatikansaetzen, die auf derart unter- schiedlichen Fundamenten wie der Mengentheorie oder der Kategorien- theorie beruhen und sich bislang ziemlich unabhaengig voneinander fortentwickelt haben. Auch findet man neben verschiedenen Tagungs- baenden nur eine Monographie (aus dem Jahre 1979 von unserem gemeinsamen Doktorvater Prof. M. Nagl), die einen umfassenderen Ueberblick ueber die gesamte Disziplin gibt. Deshalb haben wir - die Autoren dieses Skripts - erst gar nicht versucht, fuer alle vorgestellten Ansaetze ein gemeinsames formales Rahmenwerk zu entwickeln. Vielmehr haben wir den mengentheoretisch definierten, den kategorientheoretisch fundierten und den - von uns selbst entwickelten - logikbasierten Spielarten von Graphersetzungs- systemen jeweils ein eigenes Kapitel gewidmet und uns bei ihrem Vergleich auf das Kriterium der praktischen Einsetzbarkeit und Ausdruckskraft beschraenkt.